„Dios, Unión, Libertad“ („Gott, Union, Freiheit“)
(Landesmotto von El-Salvador)
Reisejahr 2026 | Lesezeit 14 Minuten
Panama (San-Blas-Archipel) – Nicaragua
Santa Ana – Juayúa (Ruta de la Flores) – San Salvador

Noch vor wenigen Jahren war El Salvador vor allem für seine hohe Gewaltbereitschaft und die weitverbreitete Kriminalität bekannt. Das Land war geprägt von rivalisierenden Banden wie den berüchtigten Mara Salvatrucha (MS-13) und Barrio 18. Die Mordrate gehörte zu den höchsten weltweit.
Dann kam der radikale Kurswechsel. 2022 rief Präsident Nayib Bukele den Ausnahmezustand aus und ging gegen die Banden vor. Seitdem hat sich El Salvador zu einem der sichersten Länder Lateinamerikas entwickelt.
Dieser Wandel ist inzwischen auch im Alltag spürbar. Der Tourismus wächst kontinuierlich, Investitionen nehmen zu und auch europäische Unternehmen zeigen zunehmend Interesse am Standort El Salvador.
An Bedeutung gewinnt dabei auch der Hauptstadtflughafen, der modern und gut organisiert wirkt. Die Einreise ist erstaunlich unkompliziert und schnell erledigt. Die Beamten sprechen fließend Englisch und begegnen uns ausgesprochen freundlich.
Santa Ana
Da wir erst spät am Nachmittag landen, bleiben wir für die erste Nacht in Flughafennähe. Am nächsten Morgen holen wir unseren Mietwagen ab und machen uns auf den Weg in die zweitgrößte Stadt des Landes Santa Ana.
Bei unserer Ankunft sorgt die Präsenz US-amerikanischer Marken, von Fast-Food-Ketten über Supermärkte bis hin zu Restaurants, zunächst für eine gewisse Irritation. Selbst an den zahlreichen kleinen Imbissen dominieren Burger, Pommes und Hotdogs. Wir stellen uns auf schwierige kulinarische Zeiten ein.
Nach einer erholsamen Pause in unserem gemieteten Ferienhaus, das – wie viele Häuser hier – von hohen, mit Stacheldraht gekrönten Mauern umgeben ist, zieht es uns am Abend noch in die Altstadt. Unser eigentliches Ziel ist die prächtig beleuchtete Kathedrale im Zentrum der Stadt. Ganz nebenbei finden wir sogar noch ein Restaurant, das einheimische Küche anbietet.


Vulkan Santa Ana
Am nächsten Morgen geht es zum unweit gelegenen Santa Ana. Der höchste Vulkan El Salvadors (2.381 Meter) zählt zu den absoluten Natur-Highlights des Landes. Besonders beeindruckend ist sein türkisgrüner Kratersee, der einen deutlichen Kontrast zu der kargen Vulkanlandschaft bildet. Dieses Naturschauspiel wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Der Wecker reißt uns in aller Frühe aus dem Schlaf. Für die Besteigung des Santa Ana wollen wir zeitig unterwegs sein. Schließlich gehört der Vulkan zu den beliebtesten Wanderzielen El Salvadors und je eher wir am Berg sind, desto größer ist die Chance, dem Andrang zu entgehen.
Ausgangspunkt unserer Tour ist das Hotel Bosques del Tibet. Dort warten bereits die für die Wanderung vorgeschriebenen Guides auf Kundschaft. Für 50 US-Dollar können wir eine individuelle Begleitung mit Helen, die sehr gut englisch spricht, vereinbaren.
Durch lichten Wald und über unzählige Stufen wandern wir stetig bergauf. Als wir den schützenden Schatten der Bäume hinter uns lassen, brennt die Sonne mit voller Kraft auf uns herab. Die zunehmende Hitze macht den Aufstieg zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Dafür entschädigen die immer weiter werdenden Ausblicke über das Hochland und die umliegenden Vulkane. Besonders der markante Vulkan Izalco zieht unsere Blicke auf sich.


Unterwegs fällt uns ein Mann auf, der mit einer schweren Kiste auf den Schultern den Berg hinaufläuft. Vorsichtig überholen wir ihn. Was er wohl in der Kiste transportiert? Getränke vielleicht? Die Frage bleibt zunächst unbeantwortet.
Die letzten 500 Meter führen über schwarzes Lavagestein. Ein leichter Schwefelgeruch liegt in der Luft, wird vom kräftigen Wind aber immer wieder verweht. Dann ist es geschafft. Unter uns leuchtet der türkisgrüne Kratersee, während rechterhand der weitläufige Lago Coatepeque durch den Dunst schimmert.


Wir lassen uns Zeit und genießen den spektakulären 360-Grad-Blick. Erst als weitere Besucher auftauchen, machen wir uns wieder an den Abstieg.
Unterhalb des Gipfels begegnen wir schließlich dem Mann mit der geheimnisvollen Kiste wieder. Diesmal sitzt er am Wegesrand und verkauft Eis!
Der Versuchung können wir nicht widerstehen. Während wir unser Eis genießen, erfahren wir, dass er den beschwerlichen Weg mehrmals am Tag hinauf- und wieder hinunterläuft. Ein etwas mühsames, jedoch offenbar lohnendes Geschäft.
Helen erzählt uns unterwegs von der Zeit vor Bukele. Ihre Schilderungen machen deutlich, wie sehr sich das Sicherheitsgefühl vieler Menschen verändert hat. „Wer auf den Santa Ana wanderte, hatte, wenn er zurückkam, nur noch seine Unterhose an. Der Rest war geraubt worden“, erzählt sie.
Auch ihr eigenes Leben war damals stark eingeschränkt. „Mein Wohnviertel konnte ich kaum verlassen.“ Zu groß sei die Gefahr gewesen, von Gangmitgliedern eines fremden Viertels erschossen zu werden. Heute dagegen könne sie sich überall frei bewegen. Ihre Freude darüber ist deutlich zu spüren.
Nach zweieinhalb Stunden sind wir wieder zurück am Ausgangspunkt. Weil es noch früh am Vormittag ist, fahren wir weiter zum Eingang des Nationalparks Cerro Verde. Die dort angebotenen Wanderwege überzeugen uns nicht wirklich. Also kehren wir nach Santa Ana zurück, besuchen die Kathedrale und besichtigen anschließend das Nationaltheater.


Wasserfall La Golondrinera
Um der größten Hitze zu entgehen, brechen wir am nächsten Tag wieder früh am Morgen auf. Unser Ziel ist der Wasserfall La Golondrinera. Im Dorf Nahuizalco biegen wir auf eine unscheinbare Straße ab und folgen ihr, bis sie in einem Maisfeld endet. Von hier holpern wir weiter über einen stark ausgewaschenen Feldweg, bis wir schließlich den Hühnerstall der landwirtschaftlichen Genossenschaft „1. Mai“ erreichen.
Zum Glück treffen wir dort auf einen hilfsbereiten Bauern. Gegen einen kleinen Obolus erklärt er sich bereit, uns zum Wasserfall zu bringen. Über schmale Feldraine balancieren wir zwischen den Feldern hindurch, begleitet vom intensiven Duft der angebauten Zwiebelpflanzen. Dann wird der Untergrund immer schlammiger. Vorsichtig laufen wir talwärts, bis wir schließlich einen Fluss erreichen.
Dort zeigt unser Begleiter wortlos in eine Richtung und verabschiedet sich ebenso wortlos von uns. Also folgen wir seinem Fingerzeig und schlagen uns auf eigene Faust durch dichtes Gestrüpp. Der Weg wird schmaler, die Vegetation dichter, bis wir schließlich die Schlucht erreichen, durch die sich der Fluss seinen Weg bahnt.
Vor uns öffnet sich eine eindrucksvolle Klamm: Steile, moosüberzogene Felswände ragen zu beiden Seiten empor, dazwischen stürzen immer wieder kleine Wasserfälle ins Tal. Mehrmals queren wir den Fluss. Meist liegen genügend Steine im Wasser, sodass wir trockenen Fußes auf die andere Seite gelangen
Leider wird die raue Schönheit des Ortes durch den allgegenwärtigen Müll getrübt. Auch der La Golondrinera ist eher eine Enttäuschung. Obwohl Regenzeit ist, plätschert nur erstaunlich wenig Wasser die Felsen hinunter.


Für den Rückweg sind wir auf die Hilfe der Einheimischen angewiesen. Wegen unserer fehlenden Spanischkenntnisse funktioniert die Verständigung mehr mit Händen und Füßen als mit Worten. Eine ältere Frau mustert mich interessiert und fragt mit weit ausholenden Gesten, ob ich schwimmen gewesen sei. Schließlich zeigt sie auf meine Haare: Sie seien doch völlig nass! Ich muss lachen. Das Wasser stammt nicht vom Fluss, sondern vom Schweiß.
Zum Abschied umarmt sie uns herzlich. Dank der Hilfe mehrerer Bauern erreichen wir schließlich auf dem kürzesten Weg den Hühnerstall.
Wasserfall Arcoiris
Über den holprigen Weg durch die Maisfelder fahren wir zurück zur Hauptstraße. Nur wenige Minuten entfernt liegt bereits unser nächstes Ziel: der Wasserfall Arcoiris.
Wir verlassen die Straße und folgen einer steilen Auffahrt zur Kirche Monte Horeb. Ganz in der Nähe stellen wir den Wagen ab und gehen zu Fuß weiter.
Der Weg führt erneut steil und rutschig bergab, ist diesmal aber immerhin mit zahlreichen Stufen versehen. Auch hier liegen genügend große Steine im Wasser, sodass wir, ohne nass zu werden, von einem zum anderen springen können, um das gegenüberliegende Ufer zu erreichen.
Wir folgen noch ein paar Meter dem Fluss, dann stehen wir unvermittelt vor einem verfallenen Industriebau. Ein rostendes Röhrensystem zieht sich durch das Gebäude und am Weg entlang. Offenbar diente die Anlage einst der Energie- oder Wassergewinnung.
Ein wenig Charme hat der Ort durchaus und zwar den eines Lost Places. Müll liegt in nahezu jeder Ecke, und auch hier rinnt nur wenig Wasser über die Felsen. So richtig begeistern kann uns auch der Arcoiris nicht.


Maya-Ruine Tazumal
Zwar gäbe es in der Umgebung noch weitere Wasserfälle zu entdecken, doch langsam haben wir genug von den Müllproblemen. Wir ändern deshalb spontan unseren Plan und machen uns auf den Weg zur Maya-Ruine Tazumal im nahe gelegenen Ort Chalchuapa.
Von der ursprünglichen Stufentempelanlage ist heute nicht mehr allzu viel zu erkennen. Große Mengen Beton stützen die verbliebenen Mauern, und auch das angeschlossene Museum ist eher überschaubar ausgestattet.


Ruta de las Flores in El-Salvador
Am nächsten Morgen brechen wir nach Juayúa auf, einem der mehreren Orte entlang der berühmten Ruta de las Flores. Unterwegs legen wir noch einen Zwischenstopp in Salcoatitán ein und besichtigen die dortige Doppelkirche.


Am Nachmittag erreichen wir Juayúa und lassen den Tag rund um den Zentralpark und die dort stattfindende „Feria Gastronómica“ ausklingen.
Das kulinarische Straßenfest findet immer am Wochenende statt. Gleich zwei Straßenzüge verwandeln sich in eine lange Freiluftküche. An den Ständen werden Meeresfrüchte und Fleisch gegrillt, daneben locken Salate und allerlei Süßes. Alles wird appetitlich präsentiert.



Zu unserer Überraschung entdecken wir sogar ein nach deutschem Reinheitsgebot gebrautes Schwarzbier aus heimischer Produktion. Kulinarisch bleiben damit kaum Wünsche offen. Einzig die zahlreichen streunenden Hunde, die erwartungsvoll zwischen den Tischen umherziehen, trüben das Vergnügen ein wenig.
Wasserfälle Chorros de la Calera
Den nächsten Tag beginnen wir wieder sehr früh. Unser Ziel sind die Wasserfälle Chorros de la Calera. Auch hier rechnen wir mit zahlreichen Wanderern und wollen ihnen möglichst zuvorkommen.
Die Wasserfälle liegen auf Privatgrund, weshalb wir einen Guide benötigen. Am Parkplatz wartet bereits Carlos auf Kundschaft. Zunächst sind wir nicht besonders begeistert davon, schon wieder auf einen Begleiter angewiesen zu sein. Doch das ändert sich schneller als erwartet.
Bereits der Einstieg zum Wanderweg ist leicht zu übersehen. Dann führt der Pfad durch dichten Wald und Kaffeeplantagen, über schmierige Wurzeln und große Felsblöcke, steil bergauf und wieder hinunter. An manchen Stellen verläuft er direkt an Abbruchkanten entlang. Carlos erweist sich dabei als echter Glücksgriff. Während er uns sicher leitet, erfahren wir von ihm ganz nebenbei viel Wissenswertes über den Kaffeeanbau sowie über Flora und Fauna der Region.
Schließlich taucht vor uns der erste Wasserfall auf. Die Szenerie erinnert uns ein wenig an die Plitvicer Seen in Kroatien: Aus einer breiten Felswand schießt das Wasser mit voller Wucht in ein Becken, bevor es von dort weiter ins Tal stürzt.


Nur drei Minuten später wartet bereits der nächste Wasserfall. Wieder sprudelt das Nass über eine breite Felswand in die Tiefe. Ein paar Schritte weiter folgt die dritte Kaskade. Kaum haben wir uns an dem Anblick sattgesehen, präsentiert uns Carlos noch einen vierten Wasserfall, der abseits des Weges liegt und ohne seine Ortskenntnis nur schwer zu finden gewesen wäre.


Wir sind begeistert. Die Chorros de la Calera sind für uns die eindrucksvollsten Wasserfälle, die wir bisher in El Salvador gesehen haben.
Apaneca und Ataco in El-Salvador
Nach der Wanderung stehen noch zwei kleine Stadtbesichtigungen auf dem Programm. In Apaneca gilt das Café Albania als besondere Attraktion. Dahinter verbirgt sich allerdings kein gewöhnliches Café, sondern ein weitläufiger Park mit allerlei ungewöhnlichen Attraktionen. Dazu gehören unter anderem ein Zypressenlabyrinth, eine Fahrrad-Zipline und der sogenannte Sky Hamster.
Besonders der Sky Hamster hat es uns angetan, den wir natürlich ausprobieren müssen. Hoch über dem Tal spannt sich ein Stahlseil, an dem ein überdimensionales Hamsterrad hängt, das an ein Rhönrad erinnert. Um es in Bewegung zu bringen, müssen wir selbst darin loslaufen. Das erweist sich schnell als ziemlich wackelige Angelegenheit, da das Rad über dem Abgrund ordentlich hin und her schwankt.



Nach diesem Höhenabenteuer geht es weiter nach Ataco. Das Dorf ist vor allem für seine farbenprächtigen Fassadenmalereien bekannt. Im historischen Ortskern ist davon leider nicht allzu viel zu sehen. Zahlreiche Geschäfte und Verkaufsstände versperren den Blick auf die bunten Wandbilder.



Zum Abschluss kehren wir nach Juayúa zurück. Auf dem Gourmetfestival lassen wir den Tag erneut mit gutem Essen ausklingen und stellen fest, dass die kulinarische Seite der Ruta de las Flores durchaus mit ihren landschaftlichen Reizen mithalten kann.
San Salvador und Stadtbummel
Nach einem Tag voller Ruhe und Gemütlichkeit auf dem Balkon unseres Ferienhauses in Juayúa brechen wir zu unserem letzten Ziel auf: San Salvador. Dort geben wir unseren Mietwagen ab. Die letzten Tage unserer Reise werden wir zu Fuß und mit dem Taxi unterwegs sein.
Am darauffolgenden Morgen tauchen wir in das historische Zentrum von San Salvador ein. Menschen sind unterwegs, Geschäfte haben geöffnet, auf den Straßen herrscht reger Betrieb. Kaum etwas erinnert daran, dass die Innenstadt noch vor wenigen Jahren als regelrechte No-Go-Zone galt. Die Maras hatten die Stadt unter sich aufgeteilt und den unterschiedlichen Einflussbereichen der Gangs unterworfen.
San Salvador liegt im sogenannten „Tal der Hängematten“. Der Name kommt nicht von ungefähr. Immer wieder erschüttern kleinere Erdstöße die Region und lassen den Boden regelrecht schwingen. Doch auch schwere Erdbeben haben die Stadt in ihrer Geschichte mehrfach getroffen und große Teile der Bebauung zerstört.
Eines der wenigen alten Gebäude, das den Erschütterungen weitgehend standgehalten hat, ist der Nationalpalast. Er wurde erdbebensicher konstruiert und diente als Regierungssitz und Sitz des Präsidenten. Ganz in Weiß präsentiert sich der eindrucksvolle Bau heute als markanter Mittelpunkt des historischen Zentrums.


Rund um den Palast treffen unterschiedliche Epochen und Baustile aufeinander. Art-déco-Gebäude stehen neben kolonialer Architektur und Bauten des Brutalismus. Besonders ungewöhnlich ist die Kirche El Rosario. Von außen wirkt das Gebäude mit seiner bogenförmigen Fassade aus grauem, feuchtigkeitsgezeichnetem Waschbeton zunächst wie die Ruine eines verlassenen Hotels.
Im Inneren ändert sich der Eindruck völlig. Durch lange Reihen farbiger Fenster fällt das Tageslicht und taucht den Kirchenraum in faszinierende Farben. Das kühle Grau des Betons bekommt dadurch eine überraschende Wärme. Auch der Kreuzweg ist ungewöhnlich gestaltet und besticht durch Figuren und Skulpturen aus Beton- und Metallelementen.


Nur wenige Schritte entfernt steht ein deutlich jüngeres Bauwerk: die von der Volksrepublik China errichtete Nationalbibliothek. Das moderne Gebäude erstreckt sich über vier Etagen. In einer davon stehen verschämt ein paar Bücherregale in einer Ecke. Neben vielen Bereichen für Kinder gibt es im obersten Geschoss eine Abteilung für Gamer. Wer nachweisen kann, mindestens eine halbe Stunde gelesen zu haben, darf an die Computer. Diese stehen an allen Wochentagen rund um die Uhr zur Verfügung.


Ein paar Schritte weiter erreichen wir die Kathedrale. In ihrer Krypta befindet sich das Grab des ermordeten Erzbischofs Óscar Romero.


Auf dem Weg dorthin überqueren wir einen breiten, blau markierten Radweg. Einheimische leihen sich Fahrräder aus, die eher für Kinder als für Erwachsene geeignet sind, und fahren damit ein paar Meter hin und her. Offenbar ist Radfahren mitten in der Innenstadt noch eine ziemlich neue und ungewohnte Erfahrung.
Nationalpark El Boquerón
Am Nachmittag verlassen wir das Stadtzentrum und fahren zum El Boquerón, dem Krater des Vulkans San Salvador. Unterwegs passieren wir ein Stadion, das mit chinesischer Unterstützung errichtet wird. Die Ähnlichkeit mit dem berühmten „Vogelnest“, dem Olympiastadion in Peking, ist verblüffend.
Für ein kühles Getränk und einen kleinen Adrenalinschub legen wir in Santa Tecla noch einen Zwischenstopp im Picnic Steak House ein. Dort schlängelt sich eine lange, in Regenbogenfarben leuchtende Rutsche den Vulkanhang hinunter. Bevor wir uns jedoch auf einem Reifen ins Vergnügen stürzen, genießen wir erst einmal den weiten Blick über San Salvador, das tief unter uns im Tal liegt.


Danach geht es weiter hinauf zum El Boquerón. Der letzte Aufstieg verläuft über eine lange Treppe durch einen üppig mit Blumen und tropischen Pflanzen bewachsenen Hang. Oben angekommen, schweift der Blick erst weit über die Dächer der Stadt, bevor uns der tiefe Abgrund des dicht bewaldeten Kraters gefangen nimmt. Tief unter uns liegt der deutlich kleinere Nebenkrater Boqueroncito.


Abreise aus El-Salvador
Am nächsten Tag heißt es Abschied nehmen. Hinter uns liegen abwechslungsreiche Tage in einem Land mit großartigen Landschaften. Vor allem die Gastfreundschaft der Menschen wird uns in Erinnerung bleiben. Immer wieder wurden wir freundlich unterstützt, wenn wir mit unseren wenigen Spanischkenntnissen nicht weiterkamen. Und auch unser Mietwagen hat die Reise erstaunlich unbeschadet überstanden. Mehrmals ließen wir ihn versehentlich unverschlossen stehen und jedes Mal stand er bei unserer Rückkehr genau dort, wo wir ihn abgestellt hatten.