Inselhopping auf den Galapagos Inseln

Für den Flug auf die Galapagos-Inseln wird das Gepäck am Flughafen von Quito separat kontrolliert. Kosten: 20 USD. Bis Guayaquil ist der Flieger voll besetzt, acht Leute fliegen weiter auf die Galapagosinsel Santa Cruz.

Der Flughafen liegt auf der Santa Cruz vorgelagerten Insel Baltra. 100 USD werden zur Einreise fällig, das Gepäck darf erst genommen werden, wenn der Hund vom Zoll alle Gepäckstücke abgeschnüffelt hat.

Durch trockenes Ödland bringen Busse die Fluggäste zu einer Anlegestelle. Einfache Motorboote befördern alle hinüber zur Insel Santa Cruz, begleitet von grauen Pelikanen, die sich zum Fischfang ins Wasser stürzen.

Auf Santa Cruz stehen Busse bereit und in 40-minütiger Fahrt geht es nach Puerto Ayora. Straßenschilder, die in unseren Breiten vor Wildwechsel warnen, fordern erhöhte Aufmerksamkeit vor Riesenschildkröten. Einige liegen dösend neben der Straße.

Im Charles-Darwin-Center in Puerto Ayora ruhen die Schildkröten dagegen hinter hüfthohen Mauern. Leguane, die im Zoo in Medellin frei herum liefen, leben in einem Gehege. In einem klimatisierten Raum ist der konservierte „Lonesome George“, der letzte Vertreter einer Unterart der Galapagos-Riesenschildkröten, zu sehen.

Vom Center ist es nicht weit bis zum Ortszentrum. Auf einem unscheinbaren Platz am Wasser werden fangfrische Riesenhummer verkauft. Ein Seelöwe und drei Pelikane beobachten das Treiben aus vier Metern Entfernung und warten auf eine Möglichkeit, sich ein Teil vom Fang zu sichern. Schwarze Leguane und unzählige spektakulär gefärbte Krabben tummeln sich am nahen Ufer. Für ein Meerestiergericht sind sie allerdings ungeeignet, da ihr Fang mit einem Monat Gefängnis pro Krabbe bestraft wird.

Spektakulär gefärbte Krabben
Spektakulär gefärbte Krabben
Krabben-Galapagos-Santa-Cruz
Krabbe
Galapagos-Seelöwe
Wenn ein Seelöwe kommt, muss Platz gemacht werden

Im Hochland von Santa Cruz gibt es die meisten sehenswerten Punkte der Insel. Bevor wir uns auf den Weg machen, fragen wir bei unserem Gastgeber nach, wann die Gruppen von den Kreuzfahrtschiffen an den touristischen Höhepunkten sein werden.  

Seine Einschätzung, dass der größte Ansturm am Nachmittag stattfindet, ist goldrichtig. Ungestört wandern wir zwischen Zwillingskratern, die in Wirklichkeit keine Krater sondern großflächig eingestürzte Erdoberflächen sind, laufen durch einen 300 Meter langen Lavatunnel, dessen niedrigste Stelle nur zu passieren ist, wenn man sich auf einem blank gewetzten Brett bäuchlings hindurchzieht (erinnert an Bankrutschen aus dem Schulsport) und besuchen ein Reservat, in dem Riesenschildkröten, die in freier Wildbahn leben, geschützt werden.

Der Aufenthalt im Reservat ist auf 20 Minuten begrenzt. Verteilt auf einer grünen Rasenfläche liegen die Schildkröten wie Felsen. Hin und wieder reckt eine ihren langen, faltigen Hals aus dem Panzer, rupft ein wenig am Grünzeug und schiebt sich auf unförmigen Beinen weiter. Im Nu ist die Zeit um.

Riesenschildkroete-Galapagos Santa Cruz
Riesenschildkröte
Riesenschildkroete-Galapagos Santa Cruz
Riesenschildkröten
Kopf einer Riesenschildkröte

Vom Hochland wechseln wir ans Meer. Auf einem 2,5 Kilometer langen Pfad durch Kakteenwald gelangen wir an einen endlos scheinenden weißen Sandstrand. Am Ende des Strandes, in einer von Mangroven geschützten Bucht, ist das Wasser so ruhig, dass Marc zwischen Riffhaien, neugierigen Fischen und Pelikanen schnorcheln geht. Mir ist es zu kalt. Lieber schlendere ich zwischen den in Gruppen übereinander liegenden schwarzen Leguanen herum. 

Leguane wärmen sich in der Gruppe
Leguane wärmen sich in der Gruppe
Leguan-Galapgos
junge Leguane
Leguan

Trotz Wasser fehlt mir das Inselgefühl. Das stellt sich erst am nächsten Tag bei der Weiterreise mit einer Fähre – einem Speedboot mit zwei leistungsstarken Motoren – ein. Bevor das Boot betreten werden darf, wird das Gepäck durchsucht und nach Sand an den Schuhen – die Ausfuhr auf die anderen Inseln ist verboten – gefragt.

Marc setzt sich auf eine Bank. Plötzlich springt eine Seelöwin neben ihn, grunzt ihn an und schubst ihn runter. Ihr Baby macht es sich derweil unter der Bank gemütlich.

Die zweistündige Fahrt auf die Insel Isabela ist grauslich. Das Boot setzt so hart auf die Wellen auf, dass der Magen streikt und ich das Gefühl habe, das Boot mit einer Gehirnerschütterung zu verlassen.

Isabela ist die größte der Galapagosinseln; mit aktiven Vulkanen, der Möglichkeit, im Vulkangebiet zu wandern und vielen Besucherpunkten zur Vogelbeobachtung. Im Hafenwasser von Puerto Villamil, dem Hauptort der Insel Isabela, schwimmen Seelöwen und Pinguine und lassen die Überfahrt vergessen.

Bevor wir die Insel betreten wird wieder das Gepäck durch Hunde beschnüffelt, 10 USD Eintritt gilt es zu bezahlen. Obwohl wir ihm die Ankunft nicht mitgeteilt haben, werden wir von unserem Gastgeber erwartet.

Das Hostel liegt am Dorfrand. Der Hausherr lässt sich eine Dorfführung nicht nehmen und bringt uns über festgefahrene Lava und Sand, über Lavabrocken kletternd, vorbei an bunten Mülltonnen für die Abfalltrennung – davor kann schon mal ein unsortierter Müllberg liegen – in jeden Winkel des Ortes.

Puerto-Villamil-Isabela
Puerto Villamil
Galapagos-Isabela-Puerto-Villamil
Puerto Villamil
Galapagos-Isabela-Puerto-Villamil
Puerto Villamil
Eine Krabbe putzt einen Seelöwen
Eine Krabbe putzt einen Seelöwen
Ein Seelöwe hat unseren Platz erobert
Und auch der Zugang zum Wasser ist versperrt

Als Perle der Insel empfiehlt er die Laguna Perla. Sie liegt am Hafen und angeblich wimmelt es dort von Seelöwen und Pinguinen, mit denen man schnorcheln kann. Viel Glück haben wir nicht. Ein paar bunte Fische, ein Riffhai, ein Leguan und drei Seelöwen bekommen wir im trüben Wasser zu sehen. Als noch eine Reisegruppe auftaucht, verschwinden bis auf die Seelöwen auch die letzten Tiere.

Nach San Cristobal, der letzten von uns angesteuerten Insel, ist es ein langer Weg. Sehr früh am Morgen startet die erste Überfahrt nach Santa Cruz. Von dort geht es vier Stunden später weiter nach San Cristobal. Diesmal macht mir die Überfahrt nach Santa Cruz nichts aus. Das lässt für die längere Weiterreise hoffen.

Das Speedboot nach San Cristobal hat drei Motoren. Der Wind steht ungünstig, sodass Benzingestank in das Boot zieht, die Wellen sind höher, das Aufsetzen noch härter. In Gedanken fluche ich über die Galapagosreise.

Auf der Insel ist die Überfahrt wieder schnell vergessen. Am Strand liegen viele Seelöwen: Patriarchen, beim Trinken schmatzende Jungtiere, Mütter, die nach ihren Babys rufen, Babys, die von Seelöwe zu Seelöwe krabbeln auf der Suche nach ihrer Mutter.

Galapagos-San-Cristobal
San Cristobal
Seelöwen am Strand von San Cristobal
Seelöwen am Strand von San Cristobal
Seelöwen am Strand von San Cristobal
Seelöwen am Strand von San Cristobal

Die Insel ist ein wunderbarerer Ausgangspunkt für Schnorchelausflüge. Mit acht Reisenden brechen wir zu einer Erkundungstour auf. Vor dem Schnorcheln gehen wir an einem abgelegenen Strand, der von Seelöwen, Blaufußtölpeln und bunten Krabben bevölkert wird an Land. Ein Blaufußtölpel sitzt zum Fotoshooting bereit. In der Ferne ist der Tauchspot Kicker Rock, eine 140 Meter hohe Felsformation, zu sehen.

Am Kicker Rock soll es Hammerhaie und Rochen geben. Gespannt lassen wir uns ins Wasser fallen. Der Ozean ist relativ ruhig, Meeresschildkröten schweben majestätisch vorbei, ein Seelöwe schaut neugierig, bunte Fische kommen angeschwommen, von Hammerhaien und Rochen keine Spur. Schade.

Galapagos-Kicker-Rock
Kicker Rock
Ein Blaufusstölpel schwebt über dem Felsen
Ein Blaufusstölpel schwebt über dem Felsen
Meeresschildkröte
Meeresschildkröte

Bevor wir am nächsten Tag zum Schnorchelgang ablegen, sind wir schon genervt. Die Gruppe ist größer, der Guide ist erst seit Kurzem dabei und hat seine Lehrzeit wohl bei amerikanischen Gruppen gemacht. Jeder muss sich unter Beifall mit Namen und Herkunft vorstellen. Anschließend bildet er mit seinem Armen einen Halbkreis: „Wir sind eine große Familie.“ Peinlich berührt blicken alle Europäer nach unten.

Vor dem Schnorcheln wird wieder gewandert. Eine Stunde laufen wir über die Isla Lobos, sehen Blaufußtölpel und ihre Jungen, balzende Fregattvögel und Seelöwen. Dann können wir endlich ins Wasser. Die Gruppe ist jedoch zu groß und bis auf einen neugierigen Seelöwen und einen Rochen lässt sich kein Tier blicken. Ich bin enttäuscht.

Balzender Fregattvogel
Balzender Fregattvogel
Fregattvogel-Jungtier
Fregattvogel-Jungtier
Blaufusstoelpel-Galapagos
Blaufusstölpel mit Jungtier

Zum Abschluss sollen alle an einem Sandstrand relaxen. Marc und ich nehmen aus einem Bauchgefühl heraus Taucherbrille und Schnorchel mit von Bord. Während alle am Strand liegen, schnorcheln wir im flachen Wasser. Rasch entdecken uns einige Seelöwen, schwimmen neugierig heran, tauchen haarscharf vor der Kollision ab, tanzen miteinander im Wasser und fordern uns zum Tanz heraus.

Die Choreografie ist schnell zu lernen. Einmal drehe ich mich plötzlich in die andere Richtung. Irritiert schwimmt der Seelöwe fort, kehrt kurz darauf zurück, schwimmt bis auf fünf Zentimeter an meine Taucherbrille heran und blubbert mir Luftblasen ins Gesicht.

Isla-Lobo-Galapagos
Blaufusstölpel und Krabbe auf der Isla Lobo
Auf Kollisionskurs
Willst du spielen?
Tanzender Galapagos-Seelöwe
Tanzender Seelöwe
Tanzender Galapagos-Seelöwe
Tanzender Seelöwe
Tanzender Galapagos-Seelöwe
Spielender Seelöwe

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