Tansania – Kilimandscharo

Eine schwere Belastung wird leichter, wenn du sie erträgst.
Swahili – Tansania

Jahreswechsel 2010/2011

Moshi – Kilimandscharo (Rongai-Route und Nördlicher Rundweg) – Gipfelaufstieg –  Sansibar

Heißer Wüstenwind umhüllt uns am Flughafen von Moshi. Die Stadt liegt am Südhang des Kilimandscharo und ist für mich und acht weitere Reisende der Ausgangspunkt für die Besteigung des Kibo, des höchsten Berges Afrikas im Kilimandscharo-Massiv.

Das Hotel für die erste Nacht liegt etwas außerhalb der Stadt in einer gepflegten Gartenanlage. Bis auf die notwendigen Utensilien für die achttägige Wanderung lasse ich mein Gepäck dort zurück.

Tag 1

Drei Autostunden liegt das Eingangstor zum Kilimandscharo entfernt.  Nach Registrierung am Gate und einem Picknick geht es los.  Ein bequem zu laufender Pfad führt bergauf. Anfangs stehen viele Kiefern am Weg, später Erika-Bäume, dem folgt die Heidekrautzone. Kolobus Affen toben durch die Landschaft.

Kurz vor der Ankunft am Camp fängt es an zu schütten. Zum Glück stehen die Zelte schon und sind trocken. Frierend vor Nässe und Kälte krieche ich nach dem Abendessen in mein Zelt.

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Tag 2

Ein leises Rütteln am Zelt weckt mich. Der für mich zuständige Porter bringt Kaffee und Tee. Gefühlt habe ich nicht geschlafen und bin müde. Es regnet zwar nicht mehr, die Sachen sind jedoch nass, ebenso die Isomatte. 

Die Sonne kommt hinter den Wolken hervor, Jacke und Hose trocknen. Die nächsten fünf Stunden laufen wir gemächlich durch das Heidekraut bergauf.

Nach vier Stunden fängt es wieder an zu regnen. Durchgeweicht erreichen wir das zweite Camp auf 3450 Meter Höhe. Von den Zelten fehlt jede Spur. Wegen eines Kommunikationsproblems sind die Porter schon zum nächsten Camp weiter gegangen. Bis sie zurück sind, hat der Regen an Intensität zugenommen. Isomatten und Zelte triefen nur so vor Nässe. Kaum stehen die Zelte, hat es aufgehört zu regnen. Die Isomatten werden über dem Kochfeuer getrocknet. Ein herrlicher Sternenhimmel entschädigt für den feuchten Tag.

Tag 3

Langsam geht es weiter bergauf, die Vegetation verschwindet und die Gerölllandschaft beginnt. Auf 4150 Meter Höhe verlassen wir die Rongai Route und wechseln auf den nördlichen Rundweg. Leicht auf und ab geht es durch trockene Bachläufe hindurch. Kälte und Nebel behindern die Sicht. Trotz der Wolken, durch die wir laufen, regnet es wenigstens nicht. Geschlafen wird auf 3850 Meter Höhe im Bofu Camp.

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Tag 4

Kopfschmerzen, Übelkeit, eine angeschwollene Hand und Gesichtshälfte sind die böse Überraschung beim morgendlichen Erwachen. Dafür scheint die Sonne; Kenia liegt uns zu Füßen.

Auf dem nördlichen Rundweg bleibend und den Kibo im Blick, wandern wir weiter. Gesicht und Hand schwellen ab, die Kopfschmerzen bleiben. Eine Stunde vor dem Ziel gebe ich mein Gepäck ab und torkele zum Camp. Zu allem Überfluss fängt es wieder an zu regnen.

Im Camp Moir Hut auf 4250 Meter Höhe ist es recht voll. Im letzten Zeltlager war unsere Gruppe alleine, hier zelten mehrere Gruppen.

Um Mitternacht wird es lebendig im Camp. Silvester! Mit trommeln auf Töpfen, Wunderkerzen und Ansprachen wird das neue Jahr begrüßt.

Tag 5

Topfit stehe ich am nächsten Morgen vor dem Zelt. Drei Stunden klettern wir über Geröllfelder. Der Mt. Meru, der zweithöchste Berg Afrikas, taucht aus den Wolken auf, der Wanderweg wird immer belebter.

Unser Weg kreuzt die Lemosho Route und folgt der Machame Route. Steil geht es bergauf und ab über matschigen Boden oder Geröll. Am Lava-Tower auf 4600 Meter Höhe legen wir eine Picknick-Pause ein.

Riesenlobelien tauchen bizarr in der Landschaft stehend aus dem Nebel auf. Angenehme Temperaturen umgeben uns im Barranco Tal. Im Camp, das von der Barranco Wall geschützt wird, sind die Zelte mit Blick auf die südlichen Gletscher und Schneefelder des Kibo bereits aufgebaut.

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Tag 6

Noch 2000 Meter bis zum Gipfel. Über die Barranco Wall gibt es nur einen schmalen Pfad und zu viele Leute, die ihn gehen wollen. Im ersten Morgengrauen wandern wir los.

Steil schlängelt sich der Weg bergauf und bergab. Mittags erreichen wir das Karangatal, drei Stunden und 300 Höhenmeter weiter das Barafu Camp auf 4600 m Höhe über dem der Mawenzi thront.

Tag 7

Die Nacht ist kurz. Um 23.30 Uhr werden wir für den Gipfelsturm geweckt.

Tag 8

Trotz der Anstrengung nach der Gipfeltour habe ich wenig geschlafen. Nach dem letzten Bergfrühstück findet noch der obligatorische Fototermin mit allen Beteiligten und die Trinkgeldübergabe statt. Die Crew singt das Kilimandscharo-Lied, zählt das Trinkgeld und moniert, dass es zu wenig sei. Dass ich und eine weitere Reisende vom Guide in einem kurzen Moment, in dem die Tagesrucksäcke in seiner Obhut waren, bestohlen wurden, wird als „passiert eben“ abgetan.

Auf der Mweka-Route wandern wir 2000 Höhenmeter abwärts. Üppiger Regenwald prägt jetzt die Landschaft. Weg und Unterkünfte sind befestigt, Kioskbetreiber bieten Bier und Cola an, – die Route ist unter dem Namen Cola-Route bekannt – Porter kommen uns mit Tragen entgegen. Sie sammeln Wanderer ein, die es nicht mehr bis zum Gate schaffen.

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Zurück in Moshi heißt es nur noch duschen, chillen, essen, schlafen.

Erholung auf Sansibar

Am nächsten Morgen reise ich zur Erholung, vor allem der Füße weiter nach Sansibar.

Vor der Erholung am Indischen Ozean steht mir noch einmal eine kurze schweißtreibende Tour bevor. Sansibar empfängt mich mit viel tropischer Luft. Gefühlt bin ich in einem Heißluftföhn, der auf höchster Stufe läuft, gelandet. Erst am Ozean wird das Klima angenehm.

Für eine lang anhaltende Fußkühlung mache ich mich am Strand entlang auf den Weg nach Uroa, einem Fischerdorf. Und auch gleich wieder zurück. Die Zeit reicht noch für ein Bad im 28 Grad warmen Ozean, dann wird es dunkel.

Sansibar, die berühmte Sklaveninsel des 19. Jahrhunderts, ist ein Teil Tansanias mit teilautonomen Status. Neben Elfenbein und Sklaven war Sansibar auch Umschlagplatz für Gewürze.

Gewürze entdecken

Vanille, Pfeffer, Nelken und Muskatnüsse von den Gewürzplantagen Sansibars besitzen weltweit einen hervorragenden Ruf. Auf dem Weg zu einer der Plantagen wird mein Taxi von der Polizei angehalten. Allein reisende weiße Frauen erregen immer wieder Aufsehen. Ich muss viele Fragen beantworten, ehe der Polizist die Straße freigibt.

Auf der Plantage bekomme ich einen Guide und einen Assistenzguide zur Seite gestellt – jeder will Geld verdienen. Zum Abschluss des Rundganges klettert er auf eine Palme, erntet eine Kokosnuss und gibt sie mir. Natürlich nur gegen zusätzliches Bares und obwohl ich die Show abgelehnt habe. Wie Kokosnüsse geerntet werden, ist in den Hotelanlagen jederzeit kostenlos zu sehen.

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Ausflug auf einer Dhau

Ausgerechnet am nächsten Tag ist es windstill. Ich habe mir eine Fahrt mit Fischern und ihrer Dhau für den Nachmittag organisiert. Am Strand warte ich darauf, dass wenigstens ein kleines Lüftchen zu wehen beginnt. Die Fischerboote – ausgehöhlter Baumstamm, ein dicker Ast als Mast, ein Stück Stoff als Segel – sind so klein und leicht, dass sie auch bei wenig Wind segeln.

Tatsächlich beginnt sich ein Lüftchen zu regen. Das Fischerboot ist sofort klar gemacht. Für mich ist der laue Luftzug ausreichend, so werde ich nicht seekrank. Einen Swahili-Sprachkurs gibt es gratis dazu.

Stone Town

Die letzten Urlaubstage verbringe ich mit dem Erkunden der Altstadt Stone Town mit dem Geburtshaus von Freddie Mercury, Moscheen, Kirchen, Hindu Tempel, afrikanischen Märkten, Kolonialbauten und britischen Handelshäusern, einem Besuch des Nachtmarktes, auf dem es Obst, Gegrilltes und Süßigkeiten zum dreifachen Preis gibt und dem Besuch der Riesenschildkröten auf Prison Island.

 

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