Kirgistan

Die Flügel eines Kirgisen sind sein Pferd.
(Aus Kirgistan)

Sommer 2017

Turkmenistan TadschikistanPamir Highway – Osh – Kazarman – Songkul – Almaty (Kasachstan) – Bishkek

Nach sechs Tagen auf der zweithöchst gelegenen befestigten Fernstraße der Welt erreichen wir Osh in Kirgistan. Die Stadt empfängt uns mit viel Sonne und heißer Luft. Erst gegen Abend wagen wir uns aus dem kühlen Hotelzimmer, bummeln an der Lenin Statue vorbei über den Hauptplatz und durch den Stadtpark und genießen in einem Restaurant ein Abendbrot, das nicht aus Suppe oder Plov besteht. Auch beim Frühstück wendet sich alles zum Guten. Fettiges Spiegelei und Porridge sind passé.

Hochland-Kirgistan
Hochland
Hirtencamp-in-Kirgistan
Hirtencamp
Kirgistan
Friedhof

Über das kirgisische Hochland, schmale Serpentinen und Pässe bringt uns Mohamed nach Kazarman: ein Übernachtungsstopp, damit die Fahrt zum See Song Kul nicht so lang wird. Kazarman ist ein typisch verträumtes Städtchen mit neuen und alten Familienhäusern, verlassener Tankstelle, leer stehendem Redaktionsgebäude einer Tageszeitung aus Sowjetzeiten und Plattenbauten am Stadtrand, deren Fassaden aus braunem Bauschaum bestehen. Ein Lkw mit kirgisischem Kennzeichen auf dessen Plane steht: „Wir fahren für die Zukunft Sachsens“ parkt am Straßenrand.

Kazarman-Kirgistan
Kazarman
Kazarman-Kirgistan
Kazarman
Propagandaplakat-in-Kazarman
Propagandaplakat
Songkul-Kirgistan
Songkul
Pferde-am-Songkul-Kirgistan
Pferde am Songkul
Jurte am See
Jurte am See

Über landschaftlich sehr schöne Passstraßen gelangen wir am nächsten Tag zum Song Kul. Pferdezüchter haben ihre Jurten in den Hügeln stehen. Am Ufer sind mehrere Jurtencamps. Entsprechend viele Touristen tummeln sich hier. Wir bummeln am See entlang, erklimmen die grünen Hügel der Umgebung und machen es uns nach einem guten Abendbrot in der beheizten Jurte gemütlich.

Ursprünglich sollten ein paar Erholungstage am Issykkul der Abschluss unserer Zentralasienreise werden, bis wir herausfanden, dass die Orte am Seeufer beliebte und belebte Urlauberhochburgen sind.

Von Bischkek zur Erholung nach Kasachstan und zurück

Unsere Alternative heißt Kasachstan. Mohamed fährt uns mit einem ungewollten Zwischenstopp an einer Autowerkstatt – beide Hinterreifen sind platt – zum Flughafen in Bischkek, der Hauptstadt Kirgistans.

Drei Tage verbringen wir in den Bergen in der Nähe von Almaty (Kasachstan) mit relaxen, wandern und Seilbahn fahren. Dann kehren wir zurück nach Bischkek (ehemals Frunse) in Kirgistan .

Während einige Nachfolgerepubliken der ehemaligen Sowjetunion in den Wirren eines Bürgerkriegs versanken, sich Staatspräsidenten mit diktatorischen Vollmachten ausstatten ließen, Sezessionskriege geführt wurden, galt Kirgistan anfänglich als eine „Insel der Demokratie“, bis der seinerzeit als liberaler Staatschef geltende Präsident Askar Akajew durch Referenden zur Verfassungsänderung eine autoritäre Präsidialdemokratie anstrebte. Nach einem Umsturz 2010 führte Kirgistan eine parlamentarische Demokratie nach westlichem Vorbild ein.

Kirgistan-Bishkek
Bishkek
Bishkek-Weisses-Haus
Weißes Haus
Kirgistan-Bishkek-Frunse-Denkmal
Denkmal fürMichail Frunse

In Bischkek steht ein Hofbräuhaus (seit 1997 wird dort „Steinbräu“ serviert), gibt es Parks ohne erfrischende Wasserspiele, Regierungsgebäude im Sowjetstil, ein geschlossenes Nationalmuseum und einen Vergnügungspark, in dem wir uns für eine Achterbahnfahrt in ein 12 D Kino setzen – der Höhepunkt in Bischkek und das Ende unserer Reise.

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