Brasilien

Nur wer an die Zukunft glaubt, glaubt an die Gegenwart.
Aus Brasilien

12.7.2013 – 3.8.2013

Brasilia – Manaus – Santarem – Belem – Olinda – Salvador de Bahia – Lencois (Chiapada Diamantina) – Belo Horizonte – Rio de Janeiro

DSCF4320Eine Zusammenfassung:

Startpunkt Brasilia.
Nach dem langen Flug war der erste Tag kurz. Um einen Überblick über das Zentrum der Stadt zu bekommen, waren wir zuerst auf der in 72 Meter Höhe gelegenen Plattform des Fernsehturmes. Von dort ging der Blick die Zentralachse entlang bis zum Nationalkongress.

Zu sehen gab es viel grauen Beton, rote Erde, braunen Rasen und leere Raumkilometer. Außerhalb der Hauptachse standen Wohnblöcke, Hotels und Einkaufszentren.

Lucio Costa und Oscar Niemeyer haben in vier Jahren Bauzeit eine Stadtlandschaft mit Flugzeugstruktur geschaffen. In der Mitte der Achse liegt der alte Busbahnhof. Dahinter ein Meisterwerk Oscar Niemeyers – die Kathedrale, die wir noch besichtigten. Ein kreisrundes, schlichtes und dennoch beeindruckendes Bauwerk.

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Der Präsidentenpalast war das erste Ziel am Folgetag. Von Ferne war jedoch nicht viel, von dem im hinteren Teil einer parkähnlichen Anlage stehenden Gebäude, zu sehen. Also stiegen wir in den Bus und fuhren zum alten Busbahnhof. Von dort setzten wir unsere Tour, die Zentralachse entlang, fort, vorbei am Nationalmuseum mit seiner weißen Kuppel und den Plattenbauten, in denen die Ministerien sind. Nur Justiz- und Außenministerium fielen durch ihre Fassadengestaltung mit künstlichen Wasserfällen auf.

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Hinter den Ministerien steht der Nationalkongress – Zwillingstürme mit Abgeordnetenbüros, die von zwei Gebäuden flankiert werden. In dem Gebäude mit der Kuppel ist das Abgeordnetenhaus untergebracht, in dem Gebäude mit der Schale tagt der Senat. In beiden Häusern testeten wir die Sitze der Plenarsäle und betrachteten die vielen ausgestellten Kunstwerke.

Hinter dem Nationalkongress, am Platz der drei Gewalten, liegt das Pantheon des Vaterlandes mit einem 100 Meter hohen Fahnenmast, an dem eine 290 m² große Nationalfahne im Wind wehte.

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Nachdem wir alles besichtigt hatten, gingen wir zum See. Das ist in Brasilia für Fußgänger nicht einfach. Diese Spezies scheinen die Architekten vergessen zu haben. Wie Hasen rannten wir im Zickzack über die Straßen. Es gab keine Unterführungen und keine Zebrastreifen, nur viele, schnell fahrende Autos.

Wir schafften es und genossen am See einen herrlichen Sonnenuntergang.

Mit dem Flieger in den Amazonas.
In dem Augenblick, in dem wir den Flughafen von Manaus verließen, hatten wir auch schon einen Tourenverkäufer am Hals. Immerhin fanden wir mit seiner Hilfe den richtigen Bus. Später kauften wir dann Tickets für eine Tour zum Zusammenfluss von Rio Negro und Rio Solimoes bei ihm.

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Mittlerweile war es Nachmittag. Wir schlenderten über eine sehr belebte Straße mit vielen Marktständen, tranken eine Kokosnuss leer, aßen viel zu viele Brigadeiros und landeten schließlich in der Kathedrale. Drinnen war es angenehm kühl. Plötzlich spielte jemand Weihnachtslieder.

Gegen 18 Uhr wurde es dunkel und die Straßen leerten sich schnell. Wir gingen zum Opernhaus, einem prächtigen Gebäude mit imposanter Fassade und 15 Jahren Bauzeit.

Unsere Bootstour startete gleich nach dem Frühstück. Der Zusammenfluss von Rio Negro und Rio Solimoes, der beiden Hauptflüsse die den Amazonas bilden, war schon von Weitem zu erkennen. Das blaue Wasser des Rio Negro fließt auf einer Länge von zehn Kilometern neben dem braunen Wasser des Rio Solimoes. Die Flüsse haben unterschiedliche Temperaturen und selbst einige Fischarten machen an der Wassergrenze Halt und kehren wieder um.

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Weiter in das Deltagebiet, unter der teuersten Brücke Brasiliens, der Ponte Rio Negro, entlang, in einen Seitenarm des Amazonas. Dort machten wir Halt und wer wollte, ging ins wohltemperierte Wasser.

Ein Indio lockte Flussdelfine mit Fischen an. Das Wasser blieb ruhig. Plötzlich spürte ich die warme glatte Haut eines Delfins an den Beinen. Er schnappte sich den Fisch und verschwand wieder. Dabei verpasste er mir, mit seiner Flosse, einen harten Schlag in die Rippen.

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Auf der Weiterfahrt, tiefer ins Delta, wurden wir von einem Gewitter überrascht. Der heftige Regen zwang den Bootsführer, anzuhalten. Als alle klitschnass waren, hörte es auf zu regnen.

Nachmittags waren wir zurück. In Manaus war wegen des Sonntags jedoch nichts los. In unserem Zimmer hielten wir es auch nicht aus, die Klimaanlage funktionierte erst ab 21 Uhr. Der Opernplatz war die einzige Alternative. Die Oper hatte sogar geöffnet. Drinnen war gerade eine Aufführung. Wir setzten uns in den ersten Rang. Es war ein ständiges Kommen und Gehen. Einige hatten Kleinkinder auf dem Arm. Das Programm und die Atmosphäre waren so gut, dass wir bis zum Schluss blieben.

Auf dem Opernplatz spielte mittlerweile eine Band. Die Stimmung war fröhlich und wir hatten noch einen tollen Abend.

Auf einem Amazonasschiff verließen wir Manaus am folgenden Tag.

Santarem.
Den Tag verbummelten wir in der Stadt – Kathedrale, altes Rathaus mit Gefängnis. Von der Uferpromenade blickten wir auf den Zusammenfluss vom Amazonas mit seinem braunen Wasser und dem Rio Tapajós mit seinem grünlichen Wasser und in den Sonnenuntergang.

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Nachts um 1 Uhr brachte uns ein Taxi zum Flughafen.

Belem.
An unserem Ankunftstag bummelten wir nachmittags zum Hafen. Wir suchten einen, der laut Reiseführer vielen, Touranbieter für Tagesausflüge ins Delta. Es gab jedoch nur noch einen, der völlig überzogene Preise hatte.

Frühstück gab es auf dem Ver-o-Peso Markt am Hafen. Unzählige Buden bildeten ein Labyrinth, in dem es Fleisch, Fisch, tropische Früchte, Gewürze und vieles mehr gab. Vom Markt aus schlenderten wir durch die überschaubare Altstadt mit ihren Häusern im Kolonialstil, besichtigten das alte Ford und die leuchtend weiße Kathedrale.

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Zur Erfrischung holten wir uns Eis aus den Amazonas Früchten Açaí und Umbu. Während wir auf das Eis warteten, lernten wir einen Brasilianer kennen und schon waren wir abends verabredet.

In einer Eckbar verbrachten wir einen sehr schönen Abend.

Um 16 Uhr war Abflug nach Recife. Wegen der Schwierigkeiten einen Bus anzuhalten, machten wir uns schon um 12 Uhr auf den Weg. Die Busse fuhren zu sechst und in Zweierreihen an die Haltestelle heran. Einen Bus zum Flughafen sahen wir nicht. Plötzlich ein Regenschauer. Wir flüchteten unter ein Vordach. In diesem Moment fuhr der Bus zum Flughafen vorbei. Weiter warten. Den nächsten Bus zum Flughafen sahen wir in der zweiten Reihe kommen, winkten – der Bus fuhr weiter. Dachten wir. Der Busfahrer fuhr jedoch nur  so weit, bis er in der ersten Reihe stehen konnte. Sahen das Haltemanöver gerade noch rechtzeitig und rannten los. 40 Minuten nach Ankunft an der Haltestelle saßen wir im Bus.

Recife/ Olinda.
In Recife wurden wir schon erwartet und nach Olinda in eine hübsche Posada gefahren. Am nächsten Morgen gingen wir früh los, die grünen Hügel Olindas hinauf. In den steilen kopfsteingepflasterten Gassen der Altstadt stehen viele Kirchen und Kapellen, Museen und Kunstgalerien. Die bunten Häuser haben maurische Balkone, von der höchsten Stelle dem Alto da Sé hatten wir eine wundervolle Aussicht über die Bucht und Recife. Am Abend besuchten wir eine der vielen Bars. Eine Band spielte brasilianische Musik, die Stimmung war fantastisch.

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Mit dem Nachtbus nach Salvador.
Den Vormittag verbrachten wir mit Briefmarkenkauf bei der Post und dem Herausfinden, von wo der Nachtbus abfährt. Wir hatten die Information erhalten, dass er bereits in Olinda eingesetzt wird. Er fuhr jedoch vom Busbahnhof in Recife, 1,5 Stunden von Olinda entfernt.

Nach einer langen Fahrt mit Bus und Metro erreichten wir den Busbahnhof, der am Stadtrand von Recife lag, von Wald umgeben, in einer in der Dämmerung unheimlich wirkenden Gegend.

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