Luxemburg

Mir wëlle bleiwe wat mir sinn
(Luxemburger Wahlspruch)

25. März 2016

Luxemburg (Stadt) – Vianden – Schengen

LuxemburgEine Zusammenfassung:

Karfreitag. Straßenbauarbeiten, geöffnete Läden: Im Großherzogtum Luxemburg ist der Tag lediglich ein Bankfeiertag. Das Auto stellen wir in der Nähe des Liebfrauenfriedhofes ab, lassen den Shuttle vom Parkplatz in die Innenstadt ungenutzt und bummeln durch die verwinkelten Gassen der Altstadt, vorbei an imposanten Bauten wie die Stadtresidenz der großherzoglichen Familie Luxemburgs – der Großherzogliche Palast, bestehend aus altem Rathaus und Stadtwaage, vor deren Tor heute die Großherzogliche Wache steht – einem Glockenturm sowie einem daran angebauten Flügel, dem Parlamentsgebäude Luxemburgs – die Chambre. Nach der Besichtigung der Kathedrale Notre Dame, die von den Luxemburgern als Mariendom bezeichnet wird, ziehen wir weiter zum Mittelpunkt der Altstadt, dem historischen Fischmarkt. Am Fischmarkt befinden sich das Gebäude des Staatsrates von Luxemburg und die Michaelskirche, das älteste erhaltene sakrale Bauwerk in Luxemburg (Stadt) mit barockem Hochaltar und einer gewaltigen Orgel, die 1959 zum „Monument historique“ erklärt wurde.

Filmstreifen 1

Ein paar Schritte weiter stehen wir auch schon auf dem Bockfelsen mit seinen Kasematten: Die Kasematten sind in den Felsen gehauene Höhlen und Gänge, die ab dem 17. Jahrhundert zu Verteidigungszwecken angelegt wurden, ursprünglich ein Teil der Festungsanlage der Stadt Luxemburg waren und ihr zu dem Beinamen „Gibraltar des Nordens“ verhalfen. Das unterirdische System von 23 Kilometern gewährte Tausenden von Soldaten und deren Pferden Schutz und beherbergte Werkstätten, Küchen, Bäckereien und Schlachthäuser. Nach der Neutralitätserklärung Luxemburgs 1867 wurde die Festung über einen Zeitraum von 16 Jahren geschliffen. Um Teile der Stadt nicht zu gefährden, konnten die Kasematten nicht gesprengt werden, sodass noch 17 Kilometer erhalten sind.

Von den Kasematten schlendern wir zum Grab des Hauptmanns von Köpenick: Der Schuhmacher Friedrich Wilhelm Voigt wurde als der Hauptmann von Köpenick durch seine spektakuläre Besetzung des Rathauses der Stadt Cöpenick am 16. Oktober 1906 bekannt. Als Hauptmann verkleidet, mit einem Trupp gutgläubiger Soldaten im Gefolge, verhaftete er den Bürgermeister und raubte die Stadtkasse. Die Uniform eines Hauptmanns des preußischen 1. Garderegiments zu Fuß hatte er bei verschiedenen Trödlern zusammengekauft.

Filmstreifen 2

Unweit der Stadt ist der Amerikanische Soldatenfriedhof mit den Gräbern von über 5000 amerikanischen Soldaten, die zum großen Teil während der Ardennenoffensive gefallen sind. Durch die diesige Luft leuchten Grabkreuze aus weißem Marmor: Die jüdischen Gräber tragen den Davidstern, die übrigen ein Kreuz. Im Halbrund stehen sie vor einer Kapelle, die den Mittelpunkt des Ehrenmals bildet. Zwischen Fahnenmasten, an denen die Amerikanische Nationalflagge gehisst ist, liegt die Grabstätte von General George S. Patton jr., der auf eigenen Wunsch dort beerdigt wurde.

In Vianden, einer Stadt im Nordosten des Landes mit engen, mittelalterlichen Gassen und einer imposanten Burg, die über der Stadt thront, halten wir. Der französische Schriftsteller Victor Hugo verbrachte in Vianden einige Zeit als politischer Flüchtling. 310 Meter über dem Fluss Our thront eine aus dem 11. Jahrhundert stammende Burg. Der Sitz der Grafen von Vianden, die bis ins 15. Jahrhundert die mächtigsten Herren zwischen Rhein, Mosel und Maas waren, ist weitestgehend restauriert und bietet uns Schutz vor dem nasskalten Wetter.

Neben Burgmauern stehen in Luxemburg auch zwei Stücke der Berliner Mauer. Im kleinen Winzerdorf Schengen, gelegen im Dreiländereck Luxemburg – Deutschland – Frankreich, bekannt geworden als Ort der Unterzeichnung des Schengener Abkommen, stehen die Mauerreste vor dem Europäischen Museum. In der informativen Dauerausstellung über Europa und das Schengener Abkommen versuchen wir, einen Europa Pass zu bekommen. Der Versuch schlägt fehl, da der Drucker wegen Überlastung nicht funktionstüchtig ist.

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