Türkei/ Iran/ Türkei

Wer nichts weiss, der kann auch nichts vergessen.
Kurdisches Sprichwort

Jede dunkle Nacht hat ein helles Ende.
Aus Persien

TürkeiIran Türkei

12.7.2014 – 17.8.2014

Malatya – Karadut – Van – Diyabarkir – Tabriz – Hamadan –- Khorramabad – Isfahan – Shiraz – Yazd – Teheran – Elburz-Gebirge – Mashhad – Teheran – Zugfahrt nach Sari – Rasht – Van – Malatya

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Eine Zusammenfassung:

Mitten in der Nacht landete ich in Malatya und suchte mir ein Hotel in der Stadt. Am nächsten Morgen startete ich zu einer Tour in die Provinz Adıyaman. Ziel war der Berg Nemrut. Auf dem Weg dorthin besuchte ich die Nekropole von Perrhe, die antike Chabinas-Brücke, den Grabhügel Karakuş und die Grabstätte Arsameia.

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Unterwegs passierten wir zwei Checkpoints. Der Fahrer meinte: Seit dem Friedensprozess zwischen Kurden und Türken ist Schluss mit dem Terror. Er sei zufrieden, es gibt jetzt mehr Arbeit und es wird in die Infrastruktur investiert.

Am Nachmittag erreichte ich Karadut, machte eine Pause in einer Pension und fuhr zum Sonnenuntergang zum Berg Nemrut, der die letzte Ruhestätte von Antiochos, Herrscher des Lokalreiches Kommange aus dem ersten Jahrhundert vor Christus ist. Vor dem Grabhügel stehen riesige Götterstatuen, deren Köpfe neben dem Rumpf platziert wurden. Die letzten Sonnenstrahlen ließen sie in spektakulären Farben leuchten.

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Früh am Morgen brachte mich der Sohn des Hausherrn mit dem Auto zum Dolmuş Richtung Diyarbakır. Er nutzte die Gelegenheit und kaufte – es war Ramadan – Zigaretten, Wasser und Süßes. An einer Tankstelle im Nirgendwo hielt er. Warten.

Im Minibus ist die Sitzordnung getrennt nach Frauen und Männern. Von den Männern, die einstiegen, sammelte jeder als Erstes die Visitenkarte des Fahrers ein.

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Die Landschaft veränderte sich. Nun gab es nur noch das endlose Asphaltband in einer flachen trockenen Umgebung zu sehen. Ich schlief ein. Zum Glück hatte ich meiner Sitznachbarin erzählt, dass ich zum Busbahnhof in Diyarbakır möchte. Sie ließ den Fahrer des Minibusses rechtzeitig halten und weckte mich.

Ich wechselte den Bus und fuhr in sechs Stunden nach Van weiter, blieb dort eine Nacht und reiste am nächsten Morgen mit einem größeren Minibus nach Doğubeyazıt im äußersten Osten der Türkei.

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Die Plätze im Bus waren reserviert. Ich hatte einen Fensterplatz neben einem Mann, der sofort aufgefordert wurde, sich einen anderen Platz zu suchen.

Bis Doğubeyazıt waren es drei Stunden Fahrt. Die Stadt erinnerte an eine öde Grenzstadt. Ich bummelte durch den Ort. In einem Laden fing der Verkäufer ein Gespräch an. Schnell waren wir bei den üblichen Fragen – Mann, Kinder …. Auf die Frage, ob er Kinder hat, bekam ich die Antwort: „Ich weiß nicht so genau, vielleicht 10, mit meiner Frau vier.“ Ich musste lächeln. Bisher hatte jeder Verkäufer in jedem Laden die Anzahl seiner Kinder auf 10 aufgestockt.

Die Bewohner der Stadt sind sehr konservativ. Junge und alte Frauen trugen Kopftuch und knöchellange Mäntel, manche den Tschador.

Für den Iran brauchte ich noch einen Mantel. Nach ein wenig suchen fand ich einen Laden, in dem es neben den bodenlangen Mänteln auch knielange gab. Der Besitzer fragte sofort: „Iran?“ Nach zehn Minuten hatte ich mir den einzig erträglichen schön geguckt und kaufte ihn.

An meinem letzten Tag in der Türkei unternahm ich mit drei Belgiern eine Tour in die Umgebung: Ishak-Pascha-Palast, Dörfer in den Bergen, Arche Noah, Meteoritenkrater an der Grenze zum Iran – den Ararat immer im Blick.

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In den Iran. Gleich nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg. Ich war die Erste am Minibus, der zum Grenzübergang fuhr. Der Fahrer holte einen Hocker aus dem Bus und die nächste Stunde beobachtete ich das Treiben auf der Straße. Dann war der Bus voll – 17 Männer die versuchten den Sitzplatz neben mir so lange wie möglich frei zu halten. Erst als kein Platz mehr zum Stehen war, setzte sich einer neben mich.

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