Spanien/ Marokko

Bücher und Freunde, soll man wenige und gute haben.
Aus Spanien

Marokko ist ein Land, das sein Wesen nur jenen offenbart, die sich die Zeit nehmen, Wasser zu schöpfen und eine Kanne Tee aufzugießen.
Aus Marokko

Spanien (Andalusien) – Marokko

28.12.2012 – 19.01.2013

Sevilla – Cordoba – Tarifa – Tanger – Chefchouan – Fes – Meknes – Rabat – Essaouira – Marrakesch – Aid-Ben-Haddou – Sahara – Zagora – Tafraoute – Agadir

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Eine Zusammenfassung:

Den ersten Urlaubstag verbrachten wir im weihnachtlich geschmückten Gassenlabyrinth der Altstadt von Sevilla.

Am folgenden Tag machten wir uns auf den Weg nach Cordoba. Unser erster Anlaufpunkt war die Kathedrale. Die 23.000 m² große Moschee, in die eine Basilika hineingebaut wurde, beeindruckte mit ihrer riesigen Gebetshalle. Gegen die Kathedrale wirkte die Festung, die wir anschließend besichtigten, sehr klein.

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Den nächsten Tag verbrachten wir in Sevilla.. Der Alcazar mit seinen prächtigen Hallen und großen Gärten war nicht weit. Von dort waren es nur ein paar Schritte zur drittgrößten Kathedrale der Welt, in der sich das von vier Trägern gehaltene Grabmal für Christoph Kolumbus befand, stiegen die 37 Rampen zur Turmplattform hoch und hatten einen wunderschönen Blick über die Stadt. Anschließend schlenderten wir durch die Gassen bis zum Plaza Mayor mit seinem futuristischen Gebäude und dem dazu passenden Weihnachtsbaum.

Seville

Mit dem Bus nach Tarifa.
Drei Stunden dauerte die Fahrt. In einer Pension mieteten wir ein Zimmer mit Blick auf den Hafen und die Festung. In der Stadt war nichts los, die meisten Bars hatten geschlossen und auch um Mitternacht – es war Silvester – war die Stadt leer gefegt. Mit einer Flasche Wasser stießen wir auf das neue Jahr an.

Neujahr. Rechts das Mittelmeer, links der Atlantik – auf der Atlantikseite glitten Kitesurfer durch das Wasser: der einzige lebendige Platz der Stadt.

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Auf nach Marokko.
Um 9 Uhr erreichten wir Tanger. Ein Riad, in der Medina gelegen, war unser Quartier. Als wir nach dem Weg fragten, sollten wir unbedingt ein „Taxi“ nehmen. Wir lehnten ab und wurden daraufhin in die falsche Richtung geschickt. Zurück zum Hafen. Ein Taxi brachte uns in das drei Autominuten entfernte Riad.

Durch eine wunderschöne alte Tür betraten wir einen überdachten Innenhof. Das Haus war liebevoll im alten Stil rekonstruiert. Von der Dachterrasse bot sich ein wundervoller Blick über den Hafen.

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Den Tag verbrachten wir in der Medina und der Kasbah. Die Händler waren viel zurückhaltender als erwartet. Es gab eine Einladung mal zu schauen, ein Nein wurde sofort akzeptiert. Am Ende des Tages kannten wir jede Gasse.

In die blaue Stadt Chefchouan.
Von Tanger fuhren wir mit einem modernen Bus ab und kamen, nach Umsteigen in Tetouan, in Chefchouan mit einem alten Bus an. Ein Zimmer in einem Riad der auf Hügeln stehenden Medina war bald gefunden.

Blau und weiß angestrichene Häuser, enge Gassen mit vielen Läden, Händler, die uns Paranoia hinterher riefen, wenn wir ihrer Einladung den Laden zu betreten nicht folgten – wir waren auf dem Weg zu einer kurzen Wanderung in das Rif-Gebirge.

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Das Aufstehen am nächsten Morgen fiel nicht leicht. Unter der dicken Decke war es angenehm warm, im Zimmer sehr kalt. In letzter Minute standen wir auf, packten die Sachen zusammen, nahmen ein Taxi zum Busbahnhof. Gerade ausgestiegen riefen die Ticketverkäufer „Fes, Fes.“ Schon hatten wir Tickets in der Hand. Das Fahrtziel stimmte, die Buslinie nicht. Statt in dem schnelleren und besser gewarteten Bus von CTM, saßen wir in einem alten klapprigen Modell.

Ankunft in 1001 Nacht.
Der Busbahnhof von Fes lag am Rand der Stadt, davor warteten Taxis. Einsteigen. Der Taxifahrer wehrte ab. Der Nächste und der Übernächste ebenfalls – keine Rucksäcke. Ein Mann, der die Szene beobachtet hatte, fragte nach unserem Ziel und schleppte uns zu einem teuren Grand-Taxi, das uns bis zum Eingang der Medina beförderte. Dort wurden wir erwartet und zum Riad gebracht. Nie hätten wir das Haus in der 9000-Gassen-Medina gefunden – der Mann hatte im Riad angerufen.

In einer kleinen Seitengasse, hinter einem großen schmiedeeisernen Tor, stand das 400 Jahre alte Haus. Alle Fliesen, die typisch weißen Schnitzereien aus Kalkputz und die Holzarbeiten im Haus waren original, der Blick von der Terrasse über die Stadt fantastisch.

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Es war schon später Nachmittag. Die Souks in der Altstadt hatten zum größten Teil bereits geschlossen. In den Gassen mit ihren verrammelten Läden brannte nur spärlich Licht. Männer, die die spitzen Kapuzen ihrer langen Mäntel tief ins Gesicht gezogen hatten, eilten vorbei. Ankunft im Mittelalter.

Um aus dem Gassengewirr zu unserem Riad zu finden, verließen wir die Medina durch das nächste Stadttor und betraten sie, zwei Tore weiter, wieder.

Für den nächsten Vormittag hatten wir uns mit einem Marokkaner verabredet. Er brachte uns in das andalusische Viertel, in die größte Gerberei Marokkos und in eine Company, in der Mosaike hergestellt werden.

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Nebenbei erfuhren wir, dass an den Türen in der Medina so viele Türklopfer sind, wie Familien im Haus wohnen. Die unterschiedliche Höhe der Klopfer erzeugt verschieden Töne beim Klopfen auf das Türholz. Einem Heizer in einem Hamam durften wir über die Schulter schauen. Drinnen waren wir jedoch nicht. Es war gerade die Zeit der Männer – Frauen und Männer nutzen einen Hamam halbtägig im Wechsel.

Für den Nachmittagstee liefen wir zum Café Clock – und – vorbei, zu einem Café, in dem ausschließlich Männer saßen. Der Besitzer hatte uns auf einen Minztee eingeladen.

Für eine Rückkehr zum Riad war es noch zu früh, nebenan lockte ein Souk mit Textilien. Eben noch voller Menschen leerte sich der Souk schnell. Die Händler schlossen nicht nur ihre Läden, der ganze Souk war von abschließbaren Türen umgeben und wir standen mittendrin. Nach ein wenig suchen, fanden wir eine offene Tür.

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