Rumänien/ Moldawien

Wer nirgends hingeht, kann auch nirgends hinkommen.
Rumänisches Sprichwort 

Es hat sich gelohnt zu leben, wenn nan ein Haus gebaut, einen Sohn groß gezogen, einen Baum gepflanzt und einen Brunnen gegraben hat.
Moldawisches Sprichwort

Rumänien – Moldawien

15.08.2009 – 31.08.2009

Budapest – Sibiu – Brasov – Bukarest – Chisinau – Trebujeni – Chisinau

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Eine Zusammenfassung:

Mit dem Zug durch Ungarn, Rumänien nach Moldawien.
Erster Halt Budapest. Ausgeschlafen erreichten wir am Morgen Budapest. Das Hostel war nicht weit vom Bahnhof entfernt, wir legten unsere Rucksäcke ab und machten uns auf den Weg zur Margaretheninsel, kühlten unsere Füße im Brunnen, der im Süden der Insel liegt, und sahen den Fontänen zu, die nach klassischer Musik ihr Wasser versprühten.

Von der Insel liefen wir zum Parlamentsgebäude, weiter zur Seilbahn und fuhren mit ihr hoch auf den Burgberg. Vom Burgschloss schlenderten wir zur Fischerbastei. Das Dach der Matthiaskirche wurde gerade rekonstruiert, sodass wir sie nicht ansehen konnten. Dafür genossen wir einen herrlichen Blick über die Donau auf den Stadtteil Pest, durch den wir anschließend bummelten.

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Für den nächsten Tag planten wir, an einer Führung durch das Parlament teilzunehmen. Da wir anschließend ins Gellertbad gehen wollten, ließen wir die Pässe im Hostel. Am Parlament dann die Enttäuschung – es gab keine Tickets mehr. Ein Beamter fragte, woher wie kommen. Als er Deutschland hörte, ließ er uns zum Schalter vor. Die Freude darüber war groß und kurz. Um Tickets zu erhalten, musste der Pass vorgelegt werden.

Der sportliche Ehrgeiz war geweckt – wir rannten zur Metro und ins Hostel. Zehn Minuten vor Beginn der Führung waren wir zurück – keine Chance noch mal eingelassen zu werden. Gerade als wir umdrehen wollten, kam ein Guide um seine Gruppe abzuholen. Wir fragten ihn, ob wir noch Tickets haben könnten. Er redete auf die Sicherheit ein und schon gehörten wir zur Gruppe.

Zur Abkühlung fuhren wir danach ins Gellertbad, ein Schwimm- und Thermalbad am Donau-Ufer aus der Zeit der türkischen Herrschaft, mit Kuppeldach und Säulen umrahmtem Schwimmbecken. Erfrischt machten wir uns auf den Weg zum Jüdischen Viertel und tauchten ein in jüdische Traditionen.

Weiterfahrt.
In einem komfortablen Zug fuhren wir vorbei an endlosen Sonnenblumenfeldern nach Sibiu in Rumänien. Nicht weit vom Bahnhof lag die Wohnung, die wir in einem der typischen alten Häuser gemietet hatten. Von den Mietern der anderen Wohnungen wurden wir wie langjährige Nachbarn empfangen.

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Der historische Kern der mittelalterlichen Stadt war gut zu erlaufen – die drei Festungsmauerringe mit ihren zentralen Plätzen, Wehrtürmen, Kirchen, Häusern aus dem 17. Jh., die beidseitig die Treppen in die Unterstadt umgaben.

Mittagszug nach Brasov.
Ein moderner Nahverkehrszug fuhr in den Bahnhof von Sibiu ein. Vor uns lagen vier Stunden Fahrt. Nach einer Stunde war Schluss – Brückenarbeiten.

Auf einem Feldweg in der Nähe des Bahnhofs wartete ein alter klappriger Bus. Durch Maisfelder holperte er zur nächstgelegenen Straße. Nach ein paar Metern Fahrt war der Bus innen wie außen, in eine Staubwolke gehüllt. Kurz vor der Straße noch eine Hürde. Eine Bodenwelle hätte fast das Weiterkommen verhindert. Mit Anlauf schaffte der Bus den Sprung auf die Straße und stand mitten auf einer gut befahrenden Kreuzung.

Zwei Bahnstationen weiter wartete der Zug – alte Wagen, in denen in den letzten Jahren nicht mehr sauber gemacht wurde. Die Sitze jedoch waren geflickt und sehr bequem.

Der Zug ruckelte langsam durch die Gegend. Die Wagentüren standen während der Fahrt offen. So gab es etwas kühlenden Wind. Nachdem wir in Brasov ankamen und das Gepäck ins Hostel gebracht hatten, gingen wir zur Schwarzen Kirche, dem Wahrzeichen der Stadt.

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Die Honigburg.
In der Nähe von Brasov gelegen, war sie unser Ziel für den kommenden Tag. Mit einem sauberen und superpünktlichen Zug fuhren wir nach Hărman. Vom Bahnhof waren es noch zwei Kilometer zu Fuß.

Den nächsten Vormittag nutzten wir zu einem Gang durch die Altstadt mit ihren spätmittelalterlichen Bürgerhäusern, dem Marktplatz in dessen Mitte das Rathaus steht, an der Stadtmauer entlang, vorbei an der orthodoxen Kathedrale, am Weißen und am Schwarzen Turm.

Bukarest.
Ankunft am frühen Abend. Als wir unser Zimmer im Hostel betraten, mussten wir lachen. Es war die ehemalige Küche des Hauses – Fliesen bis unter die Decke, Wasseranschluss, Abflussrohr, ein Doppelbett, was den Raum ausfüllte.

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Wegen der Hitze nutzten wir die U Bahn um vorwärtszukommen. Die Bukarester U-Bahn ist die Einzige in Rumänien, modern, mit hohen Bahnhofsdecken, teilweise mit Galerien. An der Haltestelle Piata Uniri stiegen wir aus und standen gleich auf dem Boulevard Uniri, an dessen einem Ende der Parlamentspalast steht. Die Straße wird gesäumt von Gebäuden mit Marmor- und Glasfassaden, Regierungsgebäuden und Apartmenthäusern. In der Mitte der Straße ist ein breiter Grünstreifen mit Springbrunnen, die die Luft angenehm kühlen. Acht km² historisches Stadtzentrum mit Klöstern, Kirchen, Synagogen, wurden eingeebnet, um den Parlamentspalast und den Boulevard hinzustellen.

Auf dem Weg zu Dracula.
Der Mittagszug brachte uns nach Targoviste, zum Fürstenhof von Vlad III. Leider waren Fürstenkirche und Ruinen eingerüstet. Nur der ehemalige Wohnturm von Vlad III – Drăculea, konnte besichtigt werden. In ihm ist eine interessante Ausstellung über den Fürsten, die sich an die historischen Tatsachen hält.

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