Im Süden Boliviens

Weißes Salz am Ufer, rosa Flamingos im dunkelroten Wasser, bunte Berge im Hintergrund.IMGP0461

Die Intensität der Farben wird durch die starke Leuchtkraft der Sonne noch gesteigert.

Die Laguna Colorado liegt 4300 m über dem Meeresspiegel. Im mineralreichen dunkelrot gefärbten Wasser suchen Flamingos nach Algen und Plankton.

Eisiger scharf wehender Wind durchdringt Jacken und Pullover. Unmöglich am See zu wandern und das Naturschauspiel zu genießen.

Unweit des Sees steht eine einfache gemauerte Baracke, das Quartier für die Nacht.

Am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen. Es ist noch dunkel. Draußen sind -20 Grad Celsius. Agostino – Reiseleiter, Fahrer und Automechaniker in einer Person – versucht den Motor aufzutauen. Mithilfe des Gaskochers gelingt es, nach einer längeren Zeit den Motor zu starten. Eile ist angesagt. Der Geysir Sol de Mañana ist nur früh aktiv.

IMGP0463Durchgefroren erreichen wir die „Marslandschaft“ auf  4850 m Höhe. Der Geysir ist noch aktiv. Wir halten unsere klammen Finger in die  10 m hohe Dampffahne. Bei einem Spaziergang über das Geysirfeld mit seinen brodelnden Schlammlöchern wärmen wir uns auf.

Durchgewärmt lässt uns die Aussicht, in den auf  4200 m Höhe befindlichen Thermalquellen zu baden, kalt.

Die Fahrt geht weiter, durch extreme, atemberaubende Landschaften, Richtung chilenische Grenze –  5000 m Höhe, eisiger Wind, gleißende Sonne, Flamingos an den Lagunen. Der Vulkan Ollague pustet weiße Rauchwolken in den blauen Himmel.

Ich denke an die klapperdürren Flamingos, die auf solcher Höhe überleben können.

Da bleibt das Auto stehen. Das Kühlwasser kocht. Wir sitzen fest. Agostino bastelt und bastelt. Jeder der vorbeikommt, versucht zu helfen.IMGP0471

Das Auto ist vor Ort nicht mehr zu reparieren.

Die Zeit vergeht. Die Autos, die hier entlang fahren, sind voll besetzt. Es werden immer weniger. Wieder hält ein Auto. Diesmal sind noch zwei Plätze frei.

Die Fahrer diskutieren. Es geht um Essen. Jeder Fahrer hat nur so viel Lebensmittel an Bord, wie er für seine Gäste benötigt. Agostino hat jeden Tag gekocht, der andere Fahrer hat keine frischen Lebensmittel dabei. Seine Gäste bekommen Fertiggerichte. Die sind abgezählt.

Wir versprechen, keinen Hunger zu bekommen.

Es ist spät geworden. Die französischen Sportler, in deren Auto wir sitzen, wollen kurz zur Laguna Verde, ein See, der auch bei Minusgraden nicht zufriert. In seinem grünblauen Wasser spiegeln sich die Gipfel der 6000 m hohen Berge.

Das Wasser der Lagune färbt sich je nach Windstärke grün bis türkis. Die Farbe erhält der See durch seinen hohen Gehalt an Blei, Schwefel und Kalzium.

Auf der Rückfahrt nach Uyuni, holt der Fahrer alles aus dem Auto raus. Einziger Stopp ist eine Essenspause. Bis das Essen aufgewärmt ist, wird Fußball gespielt. Statt Salvador Dali Wüste – Sport auf 4000 m.

Es gibt so viel zu essen, dass wir für die nächsten Tage satt sind.

 

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