Amantani

Ruhig gleitet das Boot über den tiefblauen Titicacasee. Am Horizont taucht eine Insel auf. Amantani. Das Boot legt an einem der Landungsstege an. Am Ufer stehen Bewohner der Insel, um ihre Gäste zu empfangen.

AmantaniWir werden erwartet. Unser Zuhause für eine Nacht ist ein einfaches schönes Zimmer mit Blick zum See und über die Terrassenfelder. Das Zimmer liegt, wie die anderen Schlafzimmer auch, erhöht über dem Innenhof des Hauses, von dem alle Räume abgehen.

Amantani ist eine karge Insel. Die Wege führen durch Steinterrassen auf denen unter anderem Kartoffeln und Quinoa angebaut werden. Auf den beiden Gipfeln der Insel, Pachatata und Pachamama, stehen Tempelruinen, die aus Zeiten der Tiwanaku-Kultur, zurückgeblieben sind.

Die meisten Bewohner leben vom Fischfang und dem Textilhandwerk. Die ursprünglichen Formen des Zusammenlebens aus der Inka-Zeit sind bisher erhalten geblieben – Arbeit wird auf alle Bewohner aufgeteilt, die Einnahmen gehen in die Gemeindekasse.

Eine Wanderung über die Insel führt uns hoch zu Pachatata und Pachamama.. Der Blick über den Titicacasee von oben ist atemberaubend. Am Abend sind wir zurück bei unserer Familie.

Dort wartet schon das Abendbrot. Gegessen wird in der Küche, die auch gleichzeitig Wohnraum ist. Ein dunkler rußgeschwärzter Raum. An der rechten Seite ist die Feuerstelle, die einzige Wärmequelle des Hauses, links ein großer Tisch mit Bank, an der Wand zwei Bretter mit Töpfen. Licht kommt durch ein winziges Fenster über der Sitzecke und die Tür in den Raum. Auf dem Tisch steht eine Kerze, zum Kochen muss der Schein des Feuers reichen.

Die Augen brauchen einen Moment, bis sie sich an das schwache Licht gewöhnt haben. Auf dem Tisch stehen, Suppe, Reis mit Hühnchen und Muna-Tee – ausgezeichnet zubereitet auf einem kleinen offenen Feuer.

Angekommen in Hitze und Trockenheit, verlassen wir am nächsten Morgen, die mit einer dünnen Schneedecke bedeckte Insel.

 

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