Peru/ Bolivien

Jedes Mal wenn Du jemanden anderem verzeihst, schwächst Du ihn und stärkst Dich selbst.
Aus Peru

Ein Streit ist wie Buttermilch, je mehr man drin rührt, desto saurer wird er.
Aus Bolivien

19. Juli – 20. August 2008

Lima – Ica –Arequipa – Puno – Amantani (Titicacasee) – Copacabana – La Paz – Uyuni Potosi – Sucre – La Paz – Puno – Cusco –Aguas Calientes – Cusco – Puerto Maldonado – Lima

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Eine Zusammenfassung:

Ohne Wolkendecke präsentiert sich Lima beim Landeanflug. Ein Taxi bringt uns in die zehn Kilometer entfernte peruanische Hauptstadt.

Immer höher werdende moderne Gebäude und dichter Straßenverkehr lassen uns an den Stadtkenntnissen des Taxifahrers zweifeln. Wir haben ein Zimmer in einem kleinen alten Haus, das zu einer Pension umgebaut wurde und ruhig gelegen sein soll, gebucht. Um uns herum blinken jedoch Glasfassaden in der Sonne, die Stadt erstickt im Verkehr.    

Das Taxi hält. Tatsächlich stehen wir vor einem wunderbaren alten Haus samt zwei Aras vor dem Zimmer. Eine dicke Mauer hält den Straßenlärm draußen.

Wir bleiben nur einen Tag, bummeln durch die Altstadt mit beeindruckenden Kolonialbauten und geschlossenen Holzbalkonen, über die Plaza de Armas, vorbei am Regierungspalast, an dem zur Mittagszeit die Wache in einer farbenfrohen Zeremonie mit lauter Kapellenmusik abgelöst wird, dem Palast des Erzbischofs, der in einigen Erdbeben beschädigten und wieder aufgebauten Kathedrale, weiter zur im Innern mit Keramik verzierten Kathedrale San Francisco und zur felsigen Pazifikküste.  

filmstreifen 1Sehr früh am Morgen starten wir zu den Ballestas Inseln. Die Vulkaninseln liegen vor der Pazifikküste, beheimaten viele Seevögel, aber auch Pelikane, Seelöwen, Humboldtpinguine und werden von Einheimischen als die „Galapagos des armen Mannes“ bezeichnet.

Im Dünensand einer Insel ist ein riesiges Scharrbild in Form eines dreizackigen Kerzenleuchters zu sehen, der an die geheimnisvollen Nazca Linien erinnert. Begleitet von Delfinen tuckert das Boot langsam um Seelöwen- und Pinguinkolonien.

Vom Wasser in die Wüste: Bis zu 100 Meter hohe Sanddünen umgeben die Oase Huacachina, die wir auch gleich bezwingen wollen. Ein anstrengendes Unterfangen. Für den harten Aufstieg werden wir nicht nur mit einem tollen Ausblick – Wüste hier, Wüste da, Wüste in unseren Schuhen – belohnt, wir surfen auf unseren Sandalen auf das grünblaue Wasser der Lagune zu, was natürlich viel besser ist, als auf den angebotenen Surfbrettern.

filmstreifen 2Mit dem Nachtbus nach Arequipa: 12 Stunden Fahrt in einem komfortablen Bus mit Beinfreiheit, Abendbrot und Frühstück an Bord.

Arequipa, die „Weiße Stadt“ verdankt ihren Namen einem weißen Kreidestein vulkanischen Ursprungs, aus dem Häuser, Kirchen, Klöster und die Brücken über den Rio Chili gebaut sind. Rot dagegen leuchtet das Kloster Santa Catalina: Eine Stadt in der Stadt mit maurischer Architektur, die Gassen tragen Namen spanischer Städte. Ursprünglich war das Kloster ein Internat für Töchter reicher Spanier. Heute leben hier nur noch wenige Nonnen.

Abgespannt, die Höhe (2300 m) ist zu spüren, erholen wir uns im Park auf der Plaza Mayor.

Vorbei an Arequipas schneebedeckten Hausberg Misti, reisen wir weiter zum Colca Canyon, dem zweittiefsten Canyon der Welt. Um der Höhenkrankheit vorzubeugen, versorgen wir uns mit Koka-Blättern. Mit großem Erfolg: Die nächsten 36 Stunden bin ich hellwach, ohne Hunger und topfit.

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Der bekannteste Bewohner des Canyons ist der Andenkondor. Gegen Morgen startet der größte Raubvogel der Welt von den schroffen, steilen Felsen im Canyon zur Futtersuche bis in 5000 Meter Höhe. Zugig und kalt ist es auf den Felsen. Die Augen suchen die tiefe Schlucht ab. Nichts. Wir üben uns in Geduld. Plötzlich fliegen mehrere der von den Inkas verehrten Vögel auf Augenhöhe, majestätisch gleitend, vorbei.

Sieben Stunden dauert die Busfahrt von Arequipa nach Puno am Titicacasee, dem heiligen See der Inka.

Tiefblau leuchtet der Titicacasee in der Sonne. Das Boot steuert auf die Uros-Inseln zu. Das Volk der Uro ist zwar seit 1958 ausgestorben, ihre Nachfahren versuchen, zumindest einen Teil der Kultur zu erhalten. Ursprünglich galten die Uro als das wildeste Volk im Inkareich, das sich bei Auseinandersetzungen auf ihre Inseln im Titicacasee zurückzog und dadurch nie von den Inkas unterworfen wurde.

Die Inseln bestehen aus Schilf, die Hütten die darauf stehen ebenfalls und zur Erfrischung gibt es: Schilf. Mit einem Schilfboot drehen wir noch eine kurze Runde auf dem See, blicken von einem Turm aus über die Inselwelt und fahren weiter zur Insel Amantani.

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Eine Nachbarinsel von Amantani ist die für hochwertige Textilprodukte bekannte Insel Taquile. Spinnen, Weben und Stricken ist vor allem Männerarbeit, was der Insel den Beinamen „Insel der strickenden Männer“ gibt.

Es ist der 28. Juli, der Unabhängigkeitstag in Peru. Stundenlange Ansprachen des Präsidenten auf allen Kanälen begleiten uns durch den Tag. Überall gibt es Aufmärsche. Selbst die ganz Kleinen marschieren in ihren Trachten, während die Männer unermüdlich strickend am Weg stehen oder in kleinen Gruppen zusammensitzen. Wir marschieren auch – über die Insel, bergauf und bergab. Mit 50 Kilo Bündeln bepackte Männer kommen uns entgegen. Ihre Wangen sind gefüllt mit Koka-Blättern. Nur so ist in der dünnen Luft diese Plackerei möglich.

Von Puno fahren wir nach Copacabana in Bolivien. Der Ort liegt zehn Kilometer von der Grenze zu Peru entfernt. An der Grenze geht es entspannt zu: Ausreisestempel abholen, über die Grenze laufen, Einreisestempel abholen, fertig.  

Copacabana ist der bedeutendste Wallfahrtsort Boliviens. Familien aus ganz Bolivien und Peru reisen hierher, um ihre bunt geschmückten Autos segnen zu lassen.

Wir versuchen, den 3966 Meter hohen Hausberg zu erklimmen. Auf der Hälfte des Weges geben wir auf – die Sonne, die Höhe und keine Koka-Blätter weit und breit.

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