Paraguay/ Uruguay

Egal wo wir hingehen, unser Leben ist das gleiche.
Sprichwort der Guarani

Geschicklichkeit ist besser als Kraft.
Aus Uruguay

Paraguay – Uruguay

28.3.-18.4.2015

Asuncion – Filadelfia – Asuncion – Ciudad del Este – Iguaçu-Wasserfälle (Brasilien) – Encarnación – Posadas – Iguaçu-Wasserfälle (Argentinien) – Tacuarembó – San Gregorio de Polanco – Punta del Este – Cabo Polonio – Montevideo

Paraguay

Eine Zusammenfassung:

Eingebettet in einen dichten grünen Teppich liegt Asunción unter uns. Am Flughafen werde ich zünftig von Jonathan empfangen mit Chipa Guasu (Gebäck aus Maismehl, Käse, Eiern, Anis) und Tereré (Yerba Mate Tee): In einem speziellen Becher (Guampa) befindet sich Yerba, die mit gekühltem Wasser aus der Thermoskanne begossen und mit einem metallenen Trinkrohr (Bombilla), das am unteren Ende eine Art Sieb hat, getrunken wird.

Für den Abend sind wir bei Carmelo und Saida zum Essen eingeladen. Die beiden wohnen mit ihren Söhnen in einem kleinen Haus (1 Zimmer, Küche, Bad). Auf dem Grundstück steht ebenfalls das Häuschen der Großmutter.

Der Empfang ist sehr herzlich. Die Großmutter hat Sopa Paraguaya (eine Art Maisbrot) gebacken, Carmelo und Saida Empanadas (Teigtaschen mit unterschiedlichen Füllungen) gekauft. In gemütlicher Runde am Küchentisch gibt es viele Fragen zu beantworten, wir lachen viel und verabschieden uns nach drei interessanten Stunden.

Asunción gehört dank vieler Parks und Gärten weltweit zu den „grünsten“ Hauptstädten, die Straßen ziehen sich leicht hügelig durch die Stadt, vorbei an vielen, langsam verfallenen Häusern, die zum Teil Fassaden aus der Kolonialzeit haben.

filmstreifen  1

Die Osterwoche hat begonnen, viele Leute sind in der Kirche und verbringen den Tag anschließend in der Familie. Ruhig geht es auch auf dem sonst lebhaften Pettirossi-Markt zu. Von den Tausenden Ständen und Verkaufsbuden in unzähligen Verkaufsgassen wie die Schuhstraßen, das Obst- und Gemüseviertel, die alte Fleischhalle, Textil- und Gewürzhallen haben die allerwenigsten Geschäfte geöffnet.

Eine Warteschlange steht vor dem populärsten Treffpunkt der Stadt, der Lido Bar. Unentwegt stellt das Personal neue Tische und Stühle auf den Gehweg. Der Vorrat scheint unerschöpflich, für Fußgänger wird es eng auf dem Gehweg. Dafür brauchen wir nicht lange anstehen.

filmstreifen  2

Erfrischt bummeln wir am Präsidentenpalast vorbei, zum Rio Paraguay und schlendern über die belebte Uferpromenade, die den Fluss von der Favela Chacarita trennt. Noch 100 Meter trennen uns von der Favela. „Geht da nicht rein.“ Ein in seinem Lkw vor sich hindösender Mann krabbelt hinter dem Lenkrad hervor. Der Geruch von Marihuana strömt uns entgegen und wir beschließen, dem Ratschlag zu folgen.

filmstreifen  3

In einem der problematischsten Viertel, dem Tablada Nueva, besuchen wir zwei Kinderheime: Im Heim “Hogar Juan Pablo II” leben Mädchen und Jungen, die teilweise mit HIV infiziert sind und von ihren Eltern ausgesetzt wurden. Im Heim „San Vicente“ wohnen ausschließlich Jungen, die aus schwierigen Verhältnissen stammen. Das Heim hat zwei Säle, einen zum Schlafen, einen für den Tag, Hof, Küche, Bad.

Empfangen werden wir von fröhlich lärmenden Kindern und einer gutmütig blickenden, älteren Betreuerin. Sie hat 48 Stunden Dienst, kocht, wäscht Wäsche nebenbei und wirkt doch ruhig und gelassen.

Bevor wir am nächsten Tag mit dem Überlandbus ins Chaco, nach Filadelfia, weiter reisen, besichtigen wir die Iglesia de la Trinidad. In deren Nachbarschaft befindet sich die Ruine des Einkaufszentrums, das 2004 durch ein Feuer, bei dem über 400 Menschen ums Leben kamen, zerstört wurde: Die Eigentümer hatten nach Ausbruch des Feuers die Türen versperren lassen, damit niemand mit noch unbezahlter Ware das Gebäude verlassen konnte.

filmstreifen  4

Beim Warten auf den Bus, der uns in das Stadtzentrum zurückbringen soll, benötigen wir diesmal viel Geduld. Die Busse verkehren ohne Fahrplan, einen Liniennetzplan gibt es nicht, ein- und ausgestiegen wird dort, wo man eben steht bzw. aussteigen will. Fährt man lange genug mit dem Bus, kann man in der Zeit seinen Einkauf erledigen: Fliegende Händler verkaufen über Haushaltswaren, Zahnbürsten … alles, was im Alltag gebraucht wird.

Der Überlandbus fährt pünktlich ab. Bis in das 487 Kilometer entfernte Filadelfia benötigt er, auf der einzigen asphaltierten Straße in den Nordwesten – der Transchaco – sieben Stunden.

Um 21.30 Uhr ist Filadelfia erreicht. Der Busbahnhof liegt abseits der einzigen befestigten Straße – der Avenida Hindenburg – an einem Lagerraum mit Ticketverkauf. Taxis (Pick-ups) warten. Da es eine Straßenbeleuchtung gibt, laufen wir zum Hotel.

In der Nacht hat es sehr stark geregnet, die Straßen sind zu Schlammpisten geworden, in denen meine Flip-Flops immer wieder stecken bleiben. Aber die Autofahrer beweisen Geduld und warten jedes Mal, bis ich meine Schuhe wieder an den Füßen habe.
 

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