Mongolei/ China/ Nordkorea

Wer sich beeilt, friert.                                                   Aus der Mongolei  

Eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt.              Aus China 

Wer lacht, hat viele Freunde, wer weint, ist alleine.         Aus Korea

 

Mongolei – ChinaNordkoreaChina

14.7.2013 – 10.8.2013

Ulaanbataar – Nomaden – Ulaanbataar – Beijing – Pyöngyang – Kumgang-Gebirge – Wonsan – Mount Kuwol – Pyöngyang – Kaesong – Pammunjom – Nampo – Pyöngyang Beijing

China Mongolei

Mongolei

Am Flughafen von Ulaanbataar wurde ich von Mogi erwartet: Mein einwöchiges Nomadenleben konnte beginnen.

Löcher, tiefe Senken, Weideland, Kühe und Pferde – wir waren auf dem Weg zu den kleinen Erdmuttersteinen.

In einem Aimagzentrum hielten wir zum Wassertanken an einem Haus, aus dem ein Schlauch aus dem Fenster hing. Der anschließende Versuch Benzin zu tanken war schwieriger. Sprit gab es erst an der dritten angesteuerten Zapfsäule.

Nach sieben Stunden Fahrt hielten wir vor zwei Jurten – wir waren am Ziel. In der einen Jurte lebte eine junge Familie mit ihren Kindern, in der anderen der Bruder des Hausherren und seine Mutter. Wir zogen samt Kochgelegenheit beim Bruder ein, die Mutter zog in die Nachbarjurte.

Zwei Betten, ein Schrank neben der Tür, eine Kommode, auf der Ziegenfleisch trocknete – mein zu Hause für drei Tage.  Die Gastgeber besaßen ausschließlich Schafe und Ziegen und lebten seit 10 Jahren an den kleinen Erdmuttersteinen, auch im Winter.

15.07.2013 - 1

Als wir aufstanden, war die Herde bereits auf Futtersuche zwischen den Felsen verschwunden und sollte gegen 16 Uhr zurückkehren. Wir folgten ihrer Spur und wanderten durch das Gelände der Erdmutterfelsen, einer Landschaftsformation aus Granit.

Die Herde kam gegen 19 Uhr. Die Ziegen, die gemolken werden sollten, wurden von den anderen getrennt und mit einem Strick so an den Hörnern zusammengebunden, dass sie Kopf an Hintern standen. Zwei Ziegen versuchte ich zu melken. Bis ich damit fertig war, war der Rest der Herde bereits gemolken. Die Tierkinder warteten schon, nun durften sie trinken.

Trotz Skiunterwäsche und Fleecepullover hatte ich in der Nacht gefroren. Auf keinen Fall sollte mir noch einmal kalt werden. Für die Nacht erhielt ich einen Deel (mongolischer Mantel) als zusätzliche Decke. Bei den Nomaden heißt es: Wenn ein Gast friert, stirbt ein Tier.

Zum Frühstück gab es Milchtee, Joghurt und Boortsog (einfaches Gebäck). Unser Gastgeber wollte uns zu Felsmalereien aus der Bronzezeit bringen. Da er mit dem Moped fahren, wir jedoch laufen wollten, zeigte er uns die Richtung: „Ich hole euch ein.“ Er unterschätzte unser Tempo. Die Malereien und zwei Opferplätze fanden wir trotzdem, unseren Gastgeber auch.

26.03.2013 - 45

Bei unserer Rückkehr wurden wir erwartet. Die Frauen luden uns zu Joghurt, Milchhaut und Gebäck in ihre Jurte ein. Der Fernseher lief, die Kinder schauten gebannt auf den Bildschirm. Nicht lange, der Vater kam. Zicken und Lämmer mussten eingefangen und gemolken werden.

Während wir zum Abend Zöway (Nudeln) kochten, brachte die Gastmutter für mich Essen – Ziegenfleisch am Knochen, eine Kartoffel, zwei Scheiben Möhren und zwei Rollen aus Nudelteig. Nach der doppelten Mahlzeit hatte ich keine Lust mehr auf Bewegung.

Es regnete und so krochen wir zeitig in unsere Schlafsäcke.  Der Bruder des Gastgebers, der auch in der Jurte schlief, rutschte leise von seinem Bett zu Mogi auf die Matte. Nachdem sie ihn mehrmals energisch aufgefordert hatte, sie in Ruhe zu lassen, ging er wieder in sein Bett. Tradition in der Mongolei – ich war froh, dass Mogi dabei war und ich meine Ruhe hatte.

Poltern, lautes Rufen, ein Betrunkener torkelte gegen die Jurte – er wurde auf ein Moped gesetzt und nach Hause gefahren. Eine Selbstverständlichkeit.

Joghurt und Reis in Milchtee mit Fleisch – das Frühstück zum Abschied. Mein Sättigungsgefühl stellte sich sehr schnell ein.

Im strömenden Regen zogen wir weiter. Unterwegs hielten wir an einer, in die Felsen gebauten Klosterruine für höhere Lamas an. Im Klostergarten befanden sich heilige Plätze, die aktiv genutzt werden.

17.07.2013 - 8

Der Regen wurde stärker, die Pisten waren völlig aufgeweicht. Zum Vorwärtskommen musste der Fahrer am Vorderrad den Allradantrieb einstellen.

Wir erreichten eine idyllisch liegende Jurte. Auf der einen Seite war Steppe, auf der anderen Seite ein Gebirge dessen Namen nicht ausgesprochen werden durfte: Das bringt demjenigen, der den Namen ausspricht, Unglück.

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