Kuba

Wer viel in sich hat, braucht wenig von außen.
Jose Marti (Kubanischer Schriftsteller)

04.04.2009 – 18.04.2009

Havanna – Cayo Levisa – Vinales – Trinidad – Escambray Gebirge – Camaguey – Santa Clara – Cayo Las Brujas – Havanna

KubaEine Zusammenfassung:

Inselurlaub zwischen dem Golf von Mexiko, dem Atlantischen Ozean und dem Karibischen Meer – Havanna, das wahrscheinlich größte Freilichtmuseum der Welt, empfing uns mit herrlichem Sonnenschein.

Auf dem Malecón, der großen Uferstraße, hatten wir unseren Spaß an Cadillac, Studebaker, Oldsmobile …. , spazierten zum Capitol, welches seinem amerikanischem Vorbild sehr ähnlich sieht, weiter kreuz und quer durch die Altstadt, vorbei an einigen sehr schön restaurierten Häusern aus der Kolonialzeit und vielen sehr heruntergekommenen Gebäuden, setzten uns in ein Café in einer der verkehrsberuhigten Zonen, die durch in der Straße steckende Schiffskanonen gekennzeichnet waren und gingen in das Revolutionsmuseum, in dessen Garten die Motor-Jacht Granma steht: Fidel Castro (Staatsoberhaupt von 1959 bis 2008), Che Guevara und 80 weitere Rebellen landeten 1956 mit ihr in Kuba, um gegen die Diktatur von Fulgencio Batista zu kämpfen.

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Am nächsten Morgen mieteten wir einen nagelneuen VW Bora und fuhren in die Provinz Pinar del Río. Dort liegt im Golf von Mexiko die Insel Cayo Levisa. Zur Insel gab es, von Palma Rubia aus, eine Bootsverbindung am Vormittag.

Die Straßen nach Palma Rubia waren gar nicht so schlecht wie befürchtet. Nur, es gab keine Orts- und Hinweisschilder, sodass wir uns mehrmals verfuhren. Die Kubaner sind sehr hilfsbereit, schicken einen jedoch gerne in die falsche Richtung, wenn sie den Weg selber nicht wissen. Letztendlich brauchten wir für die 146 km nach Palma Rubia 4,5 Stunden.

Viel zu spät kamen wir beim Fähranleger an. Da wir uns auf der Insel eingemietet hatten, lag die Fähre auf uns wartend noch am Ufer. Eine halbe Stunde später legte sie an einem Steg, der durch einen unzugänglichen Mangrovenwald führte, an. Am Ende des Steges standen ein paar Bungalows im weißen Sandstrand, Hängematten hingen zwischen Palmen, das angenehm warme Wasser lud zum Baden ein.

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Die Nacht wurde stürmisch. Wind drückte den Strandsand durch alle Ritzen in unser Häuschen. Nun hatten wir Strand im und vor dem Haus.

Unsere Vorhaben hatte der Wind ebenfalls durcheinandergewirbelt. Zum Schnorcheln war es zu böig, die sportliche Alternative – ein Umrunden der Insel zu Fuß – war wegen des Mangrovenwaldes nicht möglich. So lagen wir den ganzen Tag Cocktails trinkend in der Hängematte und gingen zwischendurch zum Aufwärmen ins Wasser.

Wir kehrten nach Palma Rubia zurück, holten das Auto und fuhren nach Viñales. Jetzt mussten wir auf den Straßen oft Slalom um tiefe Schlaglöcher fahren. Viñales ist ein ländliches Dorf mit zwei Bars und viel Ruhe. Zwei Kilometer außerhalb des Dorfes fanden wir ein Hotel, das direkt am Tal Valle de Viñales lag.

Im Viñales-Tal wird vor allem Tabak angebaut. Auf dem Pferderücken erkundeten wir die Landschaft, ritten über Äcker, auf denen von Oktober bis März Tabak angebaut wird, und besuchten einen Farmer, der uns viel Interessantes über den Tabakanbau erzählte.

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Von Viñales reisten wir ins etwa 500 km entfernte Trinidad. Bis Pinar del Rio fuhren wir auf einer Landstraße mit kleineren Schlaglöchern. Ab Pinar del Rio wechselten wir auf eine sechsspurige Autobahn. Da ging sogar Tempo 100. Allerdings kamen uns Radfahrer und Pferdewagen auf der Mittelspur entgegen.

Hinter Havanna übersahen wir die richtige Abfahrt. Dem Fahrstil der Kubaner angepasst, fuhren wir zum Wenden quer über den Mittelstreifen, eine Abfahrt hoch und schon waren wir auf der richtigen Spur.

Mit der Zeit wurde uns das Fahren auf der Autobahn zu langweilig und wir wechselten auf die Landstraße. Was für eine Überraschung! Es gab Ortsschilder und frisch asphaltierte Straßen.

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In Trinidad irrten wir eine Weile durch das verzweigte Einbahnstraßensystem auf der Suche nach unserem Quartier. Polizisten, die wir fragten verstanden uns nicht und die Kubaner, die uns Hilfe anboten, wollten uns in ihre eigenen Häuser locken. Nach ein wenig umherirren hatten wir unser Casa gefunden. Ein wunderschönes Haus mit einem herrlichen Innenhof und dem besten Mojito von Kuba.

Nach einem Begrüßungs-Mojito gingen wir zur Karfreitagsprozession und am Abend zur Plaza Mayor um das viel beschriebene kulturelle Leben zu genießen, das jedoch wegen des Feiertages ausfiel.

Wir hatten uns entschlossen, eine Tour in das nahe gelegene Escambray Gebirge zu unternehmen. Da die Wanderpfade dort nur schwer zu finden sein sollten beschlossen wir uns mit Guide und offenem Laster ins Gebirge bringen zu lassen.

Es kam jedoch anders. Knapp sechs Stunden später waren wir wieder zurück. Nachmittags bummelten wir noch durch das fast menschenleere Trinidad.

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Am nächsten Vormittag verließen wir die Stadt in Richtung Camaguey. Es wurde immer heißer. Am Stadtrand von Camaguey fragte uns ein Junge, ob er uns den Weg zeigen soll. Die Stadt ist sehr verwinkelt und wir waren froh über das Angebot. Er raste mit seinem Rad so schnell vor uns her, dass wir mit dem Auto kaum folgen konnten.

Unser Hotel war ein im Zentrum gelegenes, wunderschönes Gebäude aus der Kolonialzeit. Kaum war das Auto abgestellt, wurden wir angesprochen und fanden uns kurz darauf in einem Bici-Taxi, einer Fahrradrikscha, wieder. Eine Stunde lang wurden wir durch die Stadt geradelt. Am Ende dann das böse Erwachen. Der Fahrer wollte 80 CUC (an den Kurs des US-Dollars gekoppelte Peso convertible). Ein Vielfaches des Normalpreises. Wer das Verhandeln vergisst ….

Trotz der Hitze erliefen wir uns am nächsten Tag die Stadt. Im alten Zentrum sahen wir Kolonialhäuser mit herrlichen Innenhöfen, Tinajones – große bis zu vier Meter im Umfang messende Tonkrüge, in denen früher Wasser für Zeiten der Dürre aufbewahrt wurde – bummelten über den Markt und durch schmale, stille Gassen.

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Auf Landstraßen fuhren wir weiter nach Santa Clara: Die Einnahme der strategisch wichtigen Stadt im Dezember 1958 von Truppen der Bewegung des 26. Juli – der von Fidel Castro angeführten Widerstandsbewegung – und des Directorio Revolucionario unter dem gemeinsamen Kommando von Che Guevara verhalf der kubanischen Revolution zum entscheidenden Durchbruch. Einschusslöcher aus dieser Zeit waren noch in einem Hochhaus zu erkennen.

Die Popularität Che Guevaras ist in Santa Clara ungebrochen. Eine Pferdekutsche brachte uns zu seinem Mausoleum: Auf einer großen versiegelten Fläche stand die sechs Meter hohe Bronzestatue Che Guevaras, das kitschfreie, einer Höhle nachempfundene Mausoleum war ein schmaler Raum mit persönlichen Gegenständen, Gewehren und Fotos. An der Wand, in Holz eingelassen, befanden sich die Porträts und Namen von 38, ebenfalls dort beigesetzten, Kampfgefährten.

Am nächsten Tag starteten wir zu unserem letzten Ziel, der Cayo Las Brujas (Hexeninsel). Sie gehört zu den kleinsten bewohnbaren Inseln des Sabana Archipels und war über einen Damm zu erreichen.

Wir hatten dort ein Häuschen in den Mangroven gemietet, mit herrlich weißem Karibikstrand und türkisfarbenem Wasser vor der Tür. Genau der richtige Ort, um den Urlaub ausklingen zu lassen.

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An unserem letzten Urlaubstag beschlossen wir, uns auf einem Katamaran einzumieten. Knapp sieben Stunden segelten wir durch die Karibik, griffen ab und an zu Tauchmaske und Schnorchel und sahen uns auf dem Grund liegende alte Schiffsgerippe an.

Am nächsten Morgen brachten wir das Auto zurück nach Havanna, trödelten zum Flughafen und flogen heimwärts.

 

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