Radeln am Kilimanjaro

Scharfe Kanten, tiefe Kuhlen, Schlammlöcher – die Wege, die quer durch Dörfer, über Felder und durch Plantagen am Fuß des Kilimanjaro führen, lassen uns auf den Rädern rutschen und schwitzen. Nach 30 Minuten gibt es nichts mehr an uns, was noch trocken wäre. Dabei ist der Himmel bewölkt. Selten ist ein himmelblaues Sonnenloch zu sehen.

Auf den Feldern wird hauptsächlich Mais angebaut. Es sind große Flächen, die von mehreren Familien bewirtschaftet werden.2013 - 03.04.-13 Daneben stehen Bananenplantagen. Im Schatten der Bananen wachsen Kaffee und Tomaten. Die Hütten der Besitzer stehen mittendrin.

Die Leute reagieren sehr unterschiedlich auf uns. Einige grüßen, andere sind misstrauisch oder ignorierend. Für die Kinder sind wir die Überraschung des Tages. Während einer Pause in einer Bananenplantage sammeln sie sich in einiger Entfernung und beobachten uns.

„Wazungu“ – Weiße, rufen sie. Ein Ruf, der uns den ganzen Tag lang begleitet.

2013 - 04.04.-19

Unser Ziel ist das Machame-Gate. Die Machame Route ist eine von sechs Routen, die auf den Kilimanjaro führen. Die Wege, die wir entlang fahren, werden steiler. Den letzten Kilometer zum Gate legen wir Rad schiebend zurück. Die grauen Wolken kommen näher, es wird kälter und wir fangen an, zu frieren. Vom Kilimanjaro ist nichts zu sehen. Dafür haben wir einen beeindruckenden Blick ins Tal – Hänge, die an Broccoli erinnern, durchbrochen von Dächern, hier und da ist eine Satellitenschüssel zu sehen.

Leicht frierend erreichen wir das Gate.

Außer dem Hüter des Tores ist niemand da. Nach einer kurzen Pause machen wir uns startklar zur Abfahrt. In rasantem Tempo geht es abwärts. Mit meinem Mut geht es ebenso schnell bergab. Die Bremsen quietschen, das Vorderrad flattert, Schotter fliegt mir um die Beine, der Fahrtwind ist eisig. In Gedanken zähle ich die Knochen, die bei einem Sturz ganz bleiben könnten.

Alles geht gut. Weiter geht es über die Dörfer. „Deutsche Welle“ schallt es durch die Bananenstauden. Ab und an ist Partymusik zu hören – dann ist ein Friseur in der Nähe. Die Wege führen über Brücken aus einfachen Holzbohlen die kippeln, wenn sie betreten werden. Abwärts, über Steine, Löcher, Kanten wird jeder Körperzentimeter durchgeschüttelt, braucht es viel Aufmerksamkeit, um nicht über den Lenker abzusteigen.

Am frühen Nachmittag erreichen wir das Ziel des Tages, unser Zelt, das in einem Dorf in einem Garten steht.

 

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