Äthiopien/ Dschibuti/ Äthiopien

Kaffee und die Liebe schmecken am besten heiß.
(Aus Äthiopien)

Bevor er dieses Land durchquert, macht selbst der Schakal sein Testament.
(Aus Dschibuti)

Äthiopien  –  Dschibuti Äthiopien

27.12.2014 – 18.01.2015

Addis Abeba – Lalibela – Axum – Mekelle – Logia – Dschibuti-Stadt – Grenzübergang Gelille – Harar – Addis Abeba

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Eine Zusammenfassung:

Nach der morgendlichen Landung in Addis Abeba, nutzten wir den Tag für Besuche des Nationalmuseums und des Rote Terror Museums und bummelten an der Universität vorbei (Eintritt war nicht gestattet), an der uns ein junger Mann ansprach. Wir ließen uns zu einer Kirche in einer der Siedlungen bringen. Auf dem Kirchengelände hörten wir Kindern beim Singen zu, nahmen aktiv an einem äthiopisch-orthodoxen Gottesdienst teil, besuchten ein kleines Museum mit Gewändern und Kronen aus der Kaiserzeit und diskutierten anschließend mit unserem Begleiter, der dafür 30 Euro – angeblich für ein Lehrbuch – haben wollte, über einen angemessenen Obolus.

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Am nächsten Morgen flogen wir nach Lalibela weiter, um die monolithischen Felsenkirchen zu besichtigen. Auf dem Weg zu den Kirchen hatten wir permanent Begleiter, die Geld für ein Lehrbuch brauchten, Kleingeld sammelten oder ungefragt auf uns einredeten, um dann Geld für ihre Leistung als Guide zu verlangen. Genervt gingen wir in ein Café, das auf dem Balkon eines der Wohnhäuser war.

Die Besitzerin empfing uns mit einem herzlichen Hallo, entfachte ein kleines Holzkohlenfeuer, röstete Kaffeebohnen in einer Minipfanne, ließ uns am frisch gemahlenen Kaffeepulver riechen und bereitete den Kaffee in einer Kaffeezeremonie zu.

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Bevor der Kaffee in die Schalen gegossen wurde, wurden sie noch mal abgewaschen. Anschließend folgte ein kurzer Warnruf an die Passanten auf der Straße und das Wasser flog in hohem Bogen über die Balkonbrüstung.

Nach einer fröhlichen Stunde auf dem Balkon zogen wir weiter zum zentralen Ticketschalter. Für die Besichtigung der Kirchen mussten wir ein 5-Tages-Ticket für 50 USD kaufen.

Die Kirchen von Lalibela gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie wurden als Ganzes und bis zu 10 Meter unterhalb des Erdbodens, aus den Felsen herausgearbeitet. Zum Schutz wurden große Planen über die Kirchen gespannt, die von dicken Pfeilern gestützt werden und so das eindrucksvolle Bild störten.

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In der Bete Medhane Alem, der größten monolithischen Kirche der Welt, zeigte uns der Priester das aus 7 kg Gold gefertigte Lalibela-Kreuz. Durch Tunnel gelangten wir zu weiteren Kirchen und liefen durch das alte Dorf zur Bete Giyorgis, von der nur das Dach – ein großes Kreuz – zu sehen war.

Nach dem Besuch der Kirche beobachteten wir von einem Hügel aus noch eine Zeit lang die Gläubigen, die sich – die Kirche hatte bereits geschlossen – am Rand der Vertiefung, in der die Kirche steht, niederknieten und beteten.

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Weiterflug nach Axum. Unser Hotel in der Stadt war etwas anderer Art. Auf dem Nachttisch lagen Kondome bereit und außer uns waren nur ein paar UN Mitarbeiter Gäste.

Mit einem Tuk-Tuk (Motorikscha) starteten wir zur Besichtigungstour durch die heilige Stadt – Stelenfeld mit dem 25 m hohen Obelisk von Axum, königliche Grabmäler mit Blick zur 62 km entfernten Grenze zu Eritrea, Ruinen des alten Palastes, das Bad der Königin von Saba und die Kirche der Heiligen Maria von Zion, in deren Kapelle die Bundeslade aufbewahrt wird.

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Unser nächstes Ziel waren die Felsenkirchen in Gheralta. Um dorthin zu gelangen, hatten wir uns einen Fahrer organisiert. Die Straße war gut ausgebaut, am Straßenrand lagen ab und an umgestürzte Lkw. Das letzte Stück zur Felsenkirche Medham Alem Adkesho fuhren wir über eine Piste. Dann noch ein kurzer steiler Aufstieg und wir standen vor dem bunt bemalten Eingang der Kirche, die komplett in einen Felsen gebaut war. Drinnen wurde gerade gebetet und im Dunkel waren die regungslos am Boden liegenden Betenden kaum zu erkennen.

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Wir besichtigten noch Abrha we Atsbha. Die Kirche war von außen nicht so attraktiv, hatte jedoch schöne Wandmalereien. Als wir gehen wollten, gab es Streit mit dem Priester über das Eintrittsgeld. Er griff sich meine Schuhe um sie als Pfand zu behalten, jeder zerrte an einem Ende der Schnürsenkel – nach einer kurzen Rangelei war das Problem geklärt. Ich hatte die Schuhe wieder an meinen Füßen, ohne das überhöhte Eintrittsgeld zu zahlen.

Nach einer Nacht in einer Lodge im Felsengebiet von Gheralta, beendeten wir unsere Tour mit dem Aufstieg zur Felsenkirche Mariam Korkor. Vorher sammelten wir noch einen Guide und einen Scout ein, die für die Wanderung als Begleiter vorgeschrieben waren. Ein junger Mann lief ungefragt mit.

Durch eine Felsspalte, über steile Felsen kletternd in denen sich Fußabdrücke, die Halt boten befanden, gelangten wir zur Kirche. Sie ist eine der größten Felsenkirchen, dekoriert mit Geschichten aus dem Alten und dem Neuen Testament. Die wesentlich kleinere Kirche Daniel Korkor war nur ein paar Meter entfernt. Auf dem Weg zu den Kirchen genossen wir atemberaubende Blicke in das Tal und auf die Felsenlandschaft.

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Zurück am Auto sollten wir auch den jungen Mann, der einfach so mitgelaufen war, bezahlen. Mich ärgerte dass immer mehr – ungefragt hinterherrennen und dafür Geld haben wollen.

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